Über das “Nein” sagen

Das Bedürfnis nach Weiterentwicklung ist eine allzu menschliche Eigenschaft. Dieses Bedürfnis kann auch im fotografischen Alltag wirken. Das wäre auch gut so: Weiterentwicklung ist Garant für ein hohes Maß an Zufriedenheit und Erfolg.
Bewusste Weiterentwicklung baut auf Ziele und Visionen auf. Wenn man nicht im Kopf hat, wo man hin will, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Schicksal aus der Bahn gebracht oder rennt immer wieder gegen eine Mauer am Ende einer Sackgasse.

Der persönliche Weg ist das Resultat aus einer zielstrebigen Verfolgung von persönlichen Zielen und Visionen. Und damit man nicht von diesem Weg abkommt ist es wichtig auch mal „Nein“ zu sagen.

In Gesprächen mit Berufskollegen oder bei anderen Kontakten in bestimmten Marktbereichen wird mir immer wieder deutlich, dass ein mutiges “Nein” manchmal sehr wichtig ist. So hatte ich letztens ein Gespräch mit einem Agenturfotografen, der sich abfällig über seine Arbeitsbedingungen und auch Honorare äußerte.

Mir schien es, dass dieser durchaus talentierte junge Mann, an einigen Stellen seines Lebens zu viele Kompromisse eingegangen war und sich mit einem künstlerischen Status Quo arrangiert hatte. Glücklich ist er damit nicht, vielleicht zufrieden.

Sich seiner persönlichen Ziele bewusst sein und diese immer wieder mit den Arbeitsbedingungen abgleichen ist also eine wichtige Angelegenheit, für ein hohes Maß an Zufriedenheit im fotografischen Alltag. Dies gilt natürlich nicht nur für kommerzielle Fotografen, auch der fotografisch wissensdurstige Laie, sollte ein Interesse daran haben, dass er nicht die Lust an der Fotografie verliert. Was sind denn eure persönlichen Ziele und Visionen in Bezug auf die fotografische Tätigkeit?

9 Comments
  1. Gute Frage, Olaf. Ich kämpfe da momentan auch etwas mit mir. Denn es gibt leider in vielen Bereichen tolle Fotos, wo ich dann davor stehe und sage: das will ich auch können. Da gibt es beispielsweise tolle Landschaftsbilder u.a. von einem gewissen Kieler Fotografen ;-), dann auch spannende Details aus dem Bereich Industrie oder auch Portraits. Um nur mal einen Teil zu nennen. Wie schon erwähnt, mein Bauch sagt, das will ich auch alles in dieser Qualität können. Aber das ist dann das Tanzen auf zu vielen Hochzeiten. Das Ergebnis ist dann das von Dir beschriebene mit dem Nebeneffekt, dass man kaum eine Chance hat den Qualitätsmaßstab den man an sich selbst stellt jemals erreichen zu können.

    Von daher “arbeite” ich meine eigene kleine Liste jetzt nach dem Ausschlussverfahren ab: was will ich nicht wirklich, wo meine ich, kein wirklich gutes Bildgefühl zu haben. Wobei mir da andererseits auch wieder konstruktives Feedback fehlt. Ist im Augenblick so eine kleine “Schleife” in der ich mich befinde, und noch die “Ausfahrt” suche.

    • @Christian: Wichtig ist, dass man sich selber treu bleibt und diszipliniert vorgeht…, naja, ich wiederhole mich…

  2. Das Problem “Nein” zu sagen, ist eindeutig meins! Ich bin grad dabei, eine kleine Firma zu einem großen Unternehmen zu machen, und müsste eigentlich zu einigen Dingen (wohl leider auch der Fotografie) “nein” sagen, um dieses eine Ziel vernünftig zu verfolgen.

    Das fällt ganz schön schwer.

    • @Sam: Das kenne ich mit der Musik. Ich habe irgendwann mal zu der Musik Nein gesagt, das fällt mir bis heute noch schwer. In bezug auf die Fotografie habe ich es nie bereut, in bezug auf die Musik schon. Naja, so ist das mit Entscheidungen, man muss immer mit Ihnen leben, wenn sie mal gefallen sind. Berufliche Dinge sollten allerdings nie dazu führen, dass man keine Freiräume mehr hat. Das finde ich wichtig…

  3. @Olaf: Entscheidungen muss man vor allem fällen. Ich tanz auf zu vielen Hochzeiten, fotografiere, Blogge, unterrichte Tanzen, Tanze selber, und noch etwas Kleinkram, das zerreisst meine Energie.
    Wobei mein Beruf genauso ein Hobby von mir ist wie fotografieren. Und dort habe ich im Gegensatz zur Fotografie Kontakte, Kunden, Angestellte, Partner, also eine komplette Infrastruktur, und alle Freiräume, dies weiter auszubauen.
    Und natürlich auch Verantwortung. Ich könnte die Firma nebenher dümpeln lassen, und davon ganz ok leben, aber ehrlich gesagt macht das wenig Spaß. Viel interessanter ist, jemand fürs Marketing einzustellen, eine Kooperation mit einem großen Partner einzugehen, und so richtig in die Offensive zu gehen. Das braucht dann aber mehr Aufmerksamkeit, mehr Energie, da bleiben andere Sachen auf der Strecke.
    Die Gelegenheiten dafür fallen mir grade alle in den Schoss, und ich ringe mich halt dazu durch, sie auch wahrzunehmen. Nicht nur ein wenig, sondern richtig, damit es Spaß macht, und sich lohnt. Für alle Beteiligten.

  4. Wem erzähl ich hier was, ich könnt das fotografieren oder bloggen eh nicht für lange sein lassen, also setz ich das einfach mal auf einen Artikel pro Woche fest, vielleicht hilft mir das ja.

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