Haptik in der Fotografie

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Der Mensch hat Hände, weil er gerne anfässt. Wenn Du jetzt denkst, es geht um den Lebenspartner, bist Du auf dem falschen Dampfer.

Nein, es geht um Ausrüstungsgegenstände, die man gerne anfässt.

Die Ausrüstung, mit der ich arbeite, die mag ich auch gerne anfassen. Das hat sich so mit den Jahren ergeben.

Natürlich gibt es Vorlieben:

So mag ich am liebsten mein Dreibein anfassen. Es handelt sich dabei um ein Gitzo Basalt. Wenn Du das Material Basalt der Firma Gitzo noch nicht angefasst hast, solltest Du das mal machen. Es fühlt sich ein bisschen, wie diese Carbonfasern (Zeltstangen) an, ja, nur eben besser. Und im Winter benötigt man für das Stativ auch nicht irgendwelche Isolierummantelungen. Ich kann mich manchmal dabei beobachten, wie ich es draußen in der Natur einfach so anfasse, weil es sich eben gut anfühlt.

Auch die Bodys meine Canon 5D Mark II mag ich gerne anfassen. Meine Hand hat genau die richtige Größe, die Auswulstung auf der rechten Seite der Canon 5D Mark II zu umfassen. Es fühlt sich dann so an, als wenn ich alles im Griff habe.

Ich mag auch meine Lowe Rucksäcke und Taschen, weil ich bei einem Griff in diese Behältnisse nicht immer von schlechten Nähten gepieckst werde, wie bei Konkurrenzprodukten.

Haptische Empfindungen sind etwas sehr Persönliches, etwas Eigenes, worüber die Menschen nicht häufig reden.

In der „Wundervollen Welt der Amelie“, werden diese intime Empfinden gleich zu Anfang des Films gewürdigt. Amelie mag es, wenn sie ihre Hände in einen Sack mit Linsen steckt. Sie mag es nicht, wenn Sie gerade aus der Badewanne kommt und sich ihre Fingerkuppe aufgeweicht und ganz verschrumpelt anfühlen.

Schrumpelhände sind mir ziemlich egal. Ich hasse es aber, wenn ich in der Schublade nach dem Fingernagelknipser fische und eine mit Diamant beschichtete Feile zu greifen bekomme. Brrr….

Mir ist Haptik in der Arbeit wichtig, weil ich durch unangenehme taktile Reize abgelenkt werde. Wenn ich mich wohl fühle, dann ist die Welt in Ordnung und ich kann sie auch so ablichten.

Ich möchte wetten, dass es unter meiner Leserschaft auch Fotografen gibt, die darüber auch etwas zu berichten wissen:

Was fasst Du gerne an und was fasst Du nicht so gerne an? Schreib mal was dazu im Kommentar.

6 Comments
  1. Die Haptik meiner 50D im Vergleich zur 5D: dazwischen liegen Welten.

  2. *g* – Tja, hätte ich vielleicht auch erwähnen sollen…

    Die Haptik der 50D ist um vieles besser.

  3. Haptik ist mit eins der wichtigsten Auswahlkriterien bei einer Kamera. Denn nur wer sein “Werkzeug” gerne anfasst arbeitet auch gerne damit. Aber das ist mit jedem Werkzeug so. Deshalb sage ich den Leuten, die mich nach einer Kameraempfehlung fragen auch immer, in jedem Fall vor dem Kauf in die Hand nehmen und schauen, wie sie sich an fühlt. Von daher kann ich sagen, dass ich sowohl meine D700 als auch meine R1 gerne in die Hand nehme. Beide liegen zwar um Welten auseinander, aber das macht ja nichts. Mein Manfrotto nehme ich auch gern in die Hand, mein 30 Euro-Stativ weniger ;-) Ich habe es nur deshalb noch nicht der finalen Entsorgung zugeführt, weil das manchmal als Blitzstativ ganz nett ist.

    Was ich übrigens bis heute überhaupt nicht gerne anfasse ist Kreide. Und dann damit noch auf einer Tafel schreiben? Neeee, das muss ich nicht haben. Einer der Gründe, warum ich nicht Lehrer geworden bin. Und den Schülern wollte ich das auch nicht zumuten. ;-)

  4. Mir geht es so sehr extrem bei Objetiven, schließlich sind sie es ja die man neben der Kamera am meisten in der Hand.
    Ich habe tatsächlich ein eigentlich recht gutes 70-200er von einen Fremdhersteller verkauft nach einiger Zeit weil mir einfach die Haptik nicht passte! Meine Freundin hat mich für verückt erklärt, aber mal davon abgesehen das mein zukünftiges Original nen Schwung besser in Sachen offenblenleistung, sowie Autofokusgeschwindigkeit ist, ist mir der doppelte Preis das anfassgefühl nen ich es mal, Wert.

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