Leitfaden für den eigenverantwortlichen Verkauf von Fotos: 3. Entscheidungsphase:

Dies ist der 3. Teil eines Leitfadens für den eigenverantwortlichen Verkauf von Fotos. Einen Überblick findest Du hier.(<-Bitte diesen Link als zentralen Link für etwaige Verlinkungen nutzen) Ein Fotograf verkauft seine Fotos selber, kommen wir zur Entscheidungsphase:

Was ist mein Foto wert?

Um die Enttäuschung vorwegzunehmen: Auf diese Frage gibt es keine konkrete Antwort!

Wie man einen Preis festlegt ist nämlich eine der schwierigsten Fragestellungen im Fotogeschäft, gerade wenn es um Kunst geht.

Letztendlich wird Dein Gewinn in Abhängigkeit von der Qualität Deines Fotos, Deinem Verhandlungsgeschick, den finanziellen Möglichkeiten Deines Kunden und dem Angebot des Marktes abhängen.

Es ist nicht immer klug, sich auf die Aussagen anderer zu verlassen. Am besten ist, Du versuchst Dich Deinem Angebot vorsichtig zu nähern. Folgende Fragen können Dir eine Orientierung geben:

Welchen Wert hat dieses Foto für mich? Was würde ich selber ausgeben?

Diese Fragen sind äußerst ernst gemeint. Freiberuflichkeit hat einige Vorzüge, wie zum Beispiel das Recht, sich diese Frage stellen zu können: „Was will ich Heute verdienen?“ Oder hintergründiger: „Welchen Wert schreibe ich mir und meiner Arbeit zu?“ Eine Antwort auf diese Fragen wird sehr von Deinem Charakter beeinflusst sein. Es gibt Menschen, die hier erst einmal mit großer Vorsicht vorgehen. Manchmal sollte man aber nicht kleckern, sondern klotzen. Ich kenne Fotografen, die mit einer ordentlichen Portion Selbstüberschätzung und Selbstbewusstsein gute Geschäfte machen.

Was für ein Verkaufspreis wird empfohlen?

Hinweise auf die MFM Charts sind ein zweischneidiges Schwert. Solche Preistabellen bilden eigentlich nie, den Markt tatsächlich ab. Sie sind eher Richtwerte nach denen Fotografen ein gutes Leben führen könnten. Sie sind nicht zwangsweise eine Hilfe, für Deine konkrete Anfrage. Es könnte ja auch sein, dass Du mit Deiner Arbeit einen höheren, als den empfohlenen Preis erzielen kannst. Wenn Du die Hilfe der MFM Charts in Anspruch nimmst, solltest Du Dir überlegen, diese finanziell auch zu fördern.

Was gibt der Markt her?

Diese Frage ist auch nicht so einfach zu beantworten. Wenn Du nicht wirklich gute Kontakte zu solchen Märkten hast, würde ich mit Informationen über vermeintliche Marktpreise vorsichtig sein. Welcher Profi gäbe denn wirklich seine Preisinformationen bekannt? Marktpreise sind durchaus Insiderwissen und eher Firmengeheimnisse! Warum sollte ein Profi solche Informationen preisgeben? Du wirst öffentlich, z.B. in Fotoforen, keine verlässlichen Zahlen bekommen, mit denen Du sinnvoll arbeiten kannst. Stockfotoagenturen (Nicht unbedingt Ministock Agenturen) könnten eine Anlaufstelle sein, Dir konkretere Zahlen zu liefern. Die Recherche wird Dir keiner abnehmen. Betätige mal die Suchmaschine und schau, ob Dein Foto vielleicht einen Spezialmarkt bedient, den Ministockfotoagenturen nicht abdecken. Solche Informationen kannst Du auch später bei den Verhandlungen als Referenzen einbringen.

Referenzen

Sofern Du Zugang zu Preisbeispielen findest, notier Sie Dir als Referenzen. Vielleicht kannst Du diese später mit ins Spiel bringen.

Zwei kleine persönliche Hinweise

Ich persönlich würde meinen Preis nie zu tief ansetzen. Auch solltest Du Deinen Verhandlungspartner nicht von der Pflicht befreien, seine Preisvorstellungen zu äußern.

Setze Dir persönliche Ziel, die Du bei der Verhandlung erreichen willst!

Wenn Du nicht weißt wo Du hinwillst, wirst Du Dich eher verlaufen. Der Preis muss bei solchen Verhandlungen nicht alles sein, was verhandelt wird. Differenziere zwischen Zielen erster Ordnung und Zielen zweiter Ordnung.

Ziele erster Ordnung sind Bedingungen, ohne die es nicht zu einem Geschäftsabschluss kommen darf. Das kann ein bestimmter Betrag sein, eine Zusatzvereinbarung, eine Vertragsform etc.

Ziele zweiter Ordnung sind wünschenswert, aber nicht entscheidend für einen Abschluss. Zum Beispiel die Nennung Deines Namen bei der Veröffentlichung, die Verlinkung auf Deine Homepage.

Formuliere Dein Angebot so klar wie nur möglich.

Je klarer Du dabei bist, desto ernster wirst Du genommen, desto besser wirst Du verhandeln können.

Einen Überblick über alle Artikel dieser Serie findest Du hier: Verkauf von Fotos

In dem folgenden Blogartikel erfährst Du alles über die Verhandlungsphase.

Was war denn der höchste Preis, den Du mal in einer Verhandlung genannt hast? Oder ist das für Dich schon ein Firmengeheimnis?

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