Automatisierungen und das ideale, fotografische Motiv!

Den Vorgang der Produktankündigung einer Kamera mit Lächelerkennung haben wir bereits vor ein paar Monaten mit einem Schmunzeln im Gesicht adakta gelegt.

Wer glaubt, dass den Kamera- bzw. Softwareherstellern angesicht der Lächerlichkeit dieser Entwicklung das Siegerlachen im Halse steckenblieb, der irrt gewaltig.

Diese Kamerafunktion war lediglich der Anfang einer Entwicklung, der wir uns in den nächsten Jahren ausgesetzt sehen werden.

Besonders Anfänger sind kauffreudig, wann man Ihnen verspricht, mit Automatisierungen alles richtig zu machen, das ideale Foto zu erhalten Fotografieren könnte ja soooo kompliziert sein, wenn man nicht die ganzen Hilfsmittel, wie Belichtungsautomatiken oder Programmautomatiken hätte.

An die Automatisierungsfunktionen zur idealen Einstellung der Kamera haben wir uns bereits gewöhnt. Diese Funktionen nutzen wir gerne. Kein Profi wird seine Verschluss- oder Blendenautomatik missen wollen. Damit lockt man die Käufer nicht mehr hinter dem Ofen hervor.

Wenn es an der Kamera nichts mehr durch Automatisierungen zu verbessern gilt, dann kann man ja versuchen, das Prinzip des automatisierten Verbesserns außerhalb der Kamera zu adaptieren.

Leider geht diese Strategie nur bedingt auf, da Motive zwar analysiert werden können, aber leider fehlen noch die Möglichkeiten, die Motive idealtypisch zu arrangieren. Zudem stecken die Entwicklungen noch in den Kinderschuhen und haben teils gewaltige Kinderkrankheiten.

Schau Dir einfach mal das folgende Beispiel an:

Auch, wenn es noch leichte Anlaufschwierigkeiten gibt, die Entwicklungen werden weiter gehen.

Wenn die Algorithmen zur Motivanalyse erst einmal keine Kinderkrankheiten mehr haben, dann wird man versuchen den nächsten logischen Schritt zu gehen.

Nach der Lächelerkennungsfunktion käme die Lächelinitialisierungsfunktion.

Da wäre es denkbar, die Kamera sage “Cheese”. Vielleicht könne man im Sinne eines glücklichen Gesichtes auch Medikamente oder Drogen einsetzen.

Schwieriger wäre es mit dem richtigen Licht beim Sonnenaufgang. Bis wir Wolken, Wind und Licht so initialisieren können, dass sich das ideale Foto ergibt, ist es zum Glück noch lange hin.

Bis dahin erfreue mich über die besonderen und einzigartigen Momente draußen in der Natur.

Und, was meinst Du? Was wird da noch alles auf uns zukommen?

9 Comments
  1. Hi Olaf,

    das Video ist ja der Hammer, ich habe mich gerade weggeschmissen 🙂 Kommt für mich aber zu einem passenden Zeitpunkt, werde ich in meinem Schülerkurs als Beispiel dafür verwenden, dass den ganzen Automatiken die es heute so gibt auch Grenzen gesetzt sind.

    Will ich wissen, was da noch auf uns zu kommt? Eigentlich lieber nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Kameras irgendwann zur Bildkomposition entsprechende Vorschläge einblendet. Etwa ein Bild verkippen oder die Wahl einer anderen Perspektive. Vielleicht geht es eines Tages sogar soweit, dass es in den Kameras kleine Tutorials gibt, natürlich passend zur aktuellen Aufnahme- und Motivsituation.

    Was mich gerade an Karl Klammer aus dem MS Office-Paket erinnert.

    Viele Grüße
    Christian

  2. @Christian: Bei meiner Kamera war schon mal ein Video dabei, das mir erklärt hat, wie ich “richtig” fotografiere … und bei der Kamera meines Mitbewohners sind sogar kleine Hilfe-Texte den Funktionen zugeordnet … also es geht schon so langsam in die Richtung “Tutorial”

    Ich persönlich bin immer neugierig auf solche Automatiken, auch wenn ich die nicht, oder fast nicht verwende. Wenn ich Faul bin oder auf einer Party, dann steht die Kamera schon auf “Auto”. Aber wenn es in Zukunft trotzdem noch “M”, “S” und “A” zur Auswahl gibt, bin ich zufrieden. Machen wir uns hier nichts vor. Der SLR-Bereich ist sicherlich an einem Punkt, wo sich diese Technologie grundlegend ändern wird, doch diese Automatiken sind doch eher primär für den Knipsomatiken-Bereich gemacht, und da finde ich diese Sachen ok.

  3. Was auf uns zukommt. Klarer Fall: Die Rundumsorglosvollautomatik wird sich einschalten, sobald die Kamera berührt wird. Sie wird dann sagen “Finger weg, ich mach das schon” 🙂

  4. Ich sehe das ähnlich wie Christoph und finde diverse Automatiken ebenfalls erträglich, solange garantiert ist, dass die manuellen oder halbautomatischen Funktionen immer noch erhalten bleiben – zumindest im SLR-Bereich. Bei diesen Knipskameras interessiert mich das ohnehin nicht, da ist der Anwendungsbereich einfach ein ganz anderer und es dementsprechend auch gar nicht verwunderlich, wenn der Trend immer mehr in Richtung “alles automatisch” geht. Leute, die mit so etwas fotografieren, interessiert im Normalfall ja nur das Motiv (Freunde, Familie, Bands auf der Bühne, Haustiere etc.) und nicht Technik und Bildstimmung.

  5. Spätestens wenn es so weit ist müssen wir den “Nicht die Kamera macht das Bild”-Spruch wohl zu Grabe tragen (-:

  6. Kann mich meinen Vorrednern eigentlich nur anschließen.

    Auch ich sehe diese ganzen Automatiken und technischen Hilfen, die immer Gimmick-artiger werden auch eher kritisch. Aber dennoch haben sie im Bereich der Partyknippser sicherlich durchaus ihre Berechtigung.

    Und die Hauptsache ist doch, dass niemand die Halbautomatiken und den Manuellen Modus abschafft…

    • @Björn: Da ist ja das sympathische an den Pro Kamera, die haben keinen eingebauten Blitz und keine Makroautomatik.

  7. @Olaf: Also mit dem eingebauten Blitz gehe ich nicht mit Dir konform. Ich bin inzwischen in doppelter Hinsicht froh, das meine D700 den eingebauten Popupblitz hat. Insbesondere bei Nikon sehe ich in dem Fehlen dieses Blitzes in der D3-Serie ein echtes Manko. Denn der kleine Blitz kann nicht nur in Not- und Ehrenfällen mal eingesetzt werden, sondern auch als Masterblitz in für das Advanced Wireless Lightning.

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