Meine Geschäftsplanung als Fotograf aus Kiel

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Wenn Du nicht weißt, wo Du hin willst, dann ist es unklar, wo Du ankommen wirst! Manchmal kommt man auf diese Weise an so wundervolle Orte, wie den Ort oben auf dem Foto.

Egal welche Managementstrategie ich angewendet habe in den letzten Jahren, ich stand am Ende nie zu 100% da, wo ich eigentlich sein wollte. Dennoch bin ich als Fotograf ein großer Freund von Selbstmanagement, Zielen und Planung. Geschäftliches Vorrankommen sollte man nicht nur dem Zufall überlassen.

Anfang des neuen Jahres erstelle ich deshalb immer meine von mir so getaufte Geschäftsplanung. Darin versuche ich zu skizzieren, wie das folgende Jahr als Fotograf verlaufen soll. Bevor ich die aktuelle Planung angehe, werte ich die Planung des Jahres davor aus.

Vielleicht interessiert es den einen oder den anderen Fotografen, wie ich dabei vorgehe!?

Vorweg sei gesagt, ich habe viele Selbstmanagement, Zeitmanagement, Zielsetzungsstrategien studiert. Als Eklektiker bediene ich mich bei den unterschiedlichen Vorgehensweisen, wie es in meinen täglichen Workflow und zu meinen Wertmassstäben passt. Meine Vorgehensweise wird hier nur skizziert, alles andere wäre für den Blog eine Nummer zu groß.

So gehe ich vor:

Die Auswertung des Vorjahres bringt mir einige Erkenntnisse. Sind meine Ziele alle erreicht? Warum habe ich einige Ziele nicht erreicht? Will ich die nicht erreichten Ziele wieder in das neue Jahr mit nehmen, muss ich sie umdefinieren oder kann ich mich gar von Ihnen trennen?
Dann beginne ich mit einem Brainstorming. Hierbei schreibe ich alles auf, was mir so in den Kopf kommt, wenn ich an das nächste Jahr denke. Zum Beispiel:

  • Irgendwie gibt es nur schlechte Kalender von Kiel.
  • Warum habe ich die Geschichte von den Hebriden noch nicht veröffentlicht!
  • Mich nervt die aktuelle Datensicherung!
  • Ich verbringe viel Zeit mit meinem Blog!
  • Meine Frau meint, ich gehe zu viel Fotografieren!

Das praktiziere ich über mehrere Tage. Erst wenn sich mein Kopf leer anfühlt, gehe ich in den nächsten Schritt. Ich definiere aus diesem Brainstorming konkrete Ziele. Dabei berücksichtige ich übergeordnete Ziele meines Fotogeschäfts. Stehen die konkreten Ziele des neuen Jahres im Einklang mit meinen übergeordneten Ziele? Wenn ja, werden Sie in eine Projektliste eingefügt.

Diese Liste habe ich in 3 Kategorien aufgeteilt: Kreative, Öffentlicharbeits– und wirtschaftliche Aspekte.

Diese Aufteilung in drei Kategorie sichert mich ab, alle drei Bereiche gleichmäßiger zu berücksichtigen. Ganz konkret konnte ich vor einigen Jahren mal beobachten, dass ich kaum kreative Ziele verfolgt habe und nur damit beschäftigt war, Geld zu verdienen.

Diese Ziele werden dann in konkrete Arbeitsschritte heruntergebrochen. Als großer Fan der „Getting Things Done“ Methode finden hier fundamentale Ideen von David Allen Anwendung. Dieses Buch ist ein absoluter Kauftipp:

Aber auch diesbezüglich habe ich meinen eigenen Weg entwickelt, persönliche Dinge geregelt zu bekommen. Das Buch kann ich wirklich sehr empfehlen, es ist eine Offenbarung in Sachen Selbstmanagement und persönlichem Wohlbefinden. Jeder der es gelesen hat, weiß wovon ich spreche.

Die Ziele (incl. der jeweiligen Arbeitschritte) wären dann soweit, als toDo in Outlook eingetragen zu werden. Die toDos in Outlook definieren dann meine konkreten, aktuellen Arbeitsaufgaben. In meiner wöchentlichen und monatlichen Durchsicht bilanziere ich immer wieder den Status der Aufgaben und überlege, welche neuen Ziele eine Bearbeitung finden.

Klingt alles komplizierter, als es eigentlich ist. Deshalb will ich das mal an einem Beispiel verdeutlichen:

Brainstorming:

“Irgendwie gibt es nur schlechte Kalender von Kiel.”

Ziel:

“Ende 2009 steht ein Kalender von mir in Kieler Buchhandlungen zum Verkauf.”

Arbeitsschritte skizziert:

  1. Marktanalyse: In gehe in einen größeren Kieler Buchladen und versuche folgende Fragen zu klären: Wie viele Kalender gibt es über Kiel? Wie werden die verkauft?
  2. Ich spreche andere Fotografen über Ihre Erfahrungen mit dem Verkauf von Kalendern an.
  3. Ich mache ein Brainstorming über mögliche Vertriebswege.
  4. Ich erkundige mich bei 3 Druckereien über die Bedingungen und Kosten eines Kalenderdruckes.
  5. Ich kalkuliere die Kosten! Und treffe eine Entscheidung!
  6. Ich kläre die Vertriebsbedingungen gemäß Brainstorming.
  7. Ich treffe eine Auswahl aus meinen Fotos! Ggfls. produziere ich noch welche nach!
  8. Ich gebe den Druck in Auftrag!
  9. Ich erkundige mich über den Verlauf des Verkaufes!

In meine toDo Liste werden dann unter dem Projektnamen „Kalender“ alle Ziele und Arbeitsschritte eingetragen. Die arbeite ich dann nach und nach ab. Für die Erledigung von Arbeitsschritten habe ich unterschiedliche Kriterien.

So oder so ähnlich könnte dann ein Projekt ablaufen. Tatsächlich gibt es immer viele aktuelle Ereignisse und auch Alltagsgeschäfte, die mich zum Umsteuern zwingen. Im Großen und Ganzen funktioniert dieses System für mich recht zufriedenstellend.

Setzen sich andere Leser hier in Bezug auf die Fotografie auch in dieser Art Ziele?! Seien es nun kreative, wirtschaftliche oder andere? Vielleicht habt Ihr Lust, diese mit den anderen in den Kommentaren zu teilen?

16 Comments
  1. Das Problem ist, dass bei den Leuten die schlecht organisiert sind *indenspiegelguck*, die Wirkung solcher Bücher auch immer nur 1 Woche anhält. Ich habe trotzdem mal für 50 Cent Amazon-Provision gesorgt 🙂

  2. @Guido: Das Schicksal eines Künstlers ist es, ständig mit seinen Verwahrlosungstendenzen zu kämpfen. 😉 Bist Du Dir eigentlich bewußt, daß Du mir meine erste Einnahme in meinem Blog beschert hast? Ich werde gleich heute Abend meine Familie zum Essen einladen und auf Dein Wohl trinken. Wenn das so weitergeht, dann bekomme ich 2014 meine erste Amazonauszahlung. 😉
    Morgen gibt es eine Buchempfehlung zum Thema Disziplin 😉

  3. @Oliver: Das habe ich früher auch immer gedacht. Datz kann ich nur sagen, es geht. Das Foto wurde übrigens auf einer Motorradtour in Schottland aufgenommen.

  4. Also ich könnte nicht so “planvoll” vorgehen…
    Mal ‘ne andere Frage: das Bild oben ist jetzt aber nicht Kiel, oder? Ich meine ich habe auch mal einige Jahre in Kiel gewohnt und kann mich deshalb an solch eine Landschaft wie auf dem Bild nicht recht erinnern…

  5. Ich wünschte, ich würde ähnlich diszipliniert an die Sache herangehen. Allerdings komme ich meist nicht über gute Vorsätze hinaus und so bleibt dann auch gerne mal etwas auf der Strecke, wobei ich im großen und ganzen noch alle Ziele erreichen konnte – wenn auch nicht immer auf dem geradlinigsten Wege… 😉

  6. Ich sag ja immer, wenn man richtig plant, kann man auch spontan sein 😉

    Die Sache mit den Kalender finde ich interessant … jetzt hab ich ganz viele Ideen und muss mal schauen, ob die jemand schon mal gemacht hat …

  7. @Dino: Viele Ziel erreichen sich bei mir auch einfach dadurch, dass sie im Kopf sind. Sie einmal auschreiben hilft beim memorieren.
    @Christoph: Ja, so könnte ich es auch sagen. Oder noch besser: Man hat auch die Zeit, spontan zu sein. Das mit dem Kalender war jetzt nur ein Beispiel. Die Fotos hätte ich zusammen. Meine Informationen sind allerdings eher bescheiden, was einen Gewinn angeht. Für einen überregionalen Erfolg wäre das Thema Kieler Förde zu regional. Und Kiel ist ein kleiner Marktplatz.

  8. @Olaf
    datt is klar! Mir würde es eher um einen “verkappten” Kiel Kalender gehen … Warum nicht Kiel als Kullisse verwenden … Aber Kalender ist wirklich ein schwieriges Thema

  9. Bei so viel Organisation und Management bleibt nicht viel Zeit für Kreativität. Time- und Projektmanagement zerstört jegliche künstlerische Kreativität. Zum Abarbeiten starrer Abläufe ist es natürlich sehr nützlich.

    cu. Christian

    • @Christian: Das sehe ich anders, durch diese Art und Weise schaffe ich mir im geschäftlichen Alltag Freiräume für Kreativität. Es gab mal ein Jahr, da habe ich fast nur daran gedacht, wie ich Geld verdienen kann.

  10. Die Aufteilung in kreativ, ÖA und wirtschaftlich finde ich gut! ist ja noch früh im Jahr, ich mach mich mal ans Planen…

  11. Hast Du eigentlich die deutsche Übersetzung oder die englische Originalversion des Buches gelesen? Die deutsche Übersetzung ist recht gruselig. Man fragt sich bei vielen Sätzen, wie wohl das englische Original lautete und was eigentlich gemeint ist.

  12. Ich habe zu kurz in das Hörbuch reingehört, als das ich das beurteilen kann. Aber ist es nicht immer so mit übersetzungen, das es gräult…

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