HDR Fotografie Teil 2: Technische Grundlagen, Begrifflichkeiten

Bevor man sich intensiver mit der HDR Fotografie beschäftigt, sollte man die Begrifflichkeiten einordnen können.

Eine Fotografie mit dem Ziel der Darstellung von höheren Kontrastverhältnissen, als es gewöhnliche Technik eigentlich erlaubt, soll an dieser Stelle mal mit dem Akronym HDR – High Dynamic Range abgekürzt werden.

Im Zusammenhang mit dem Akronym HDR stößt man auch oft auf das Akronym  HDRI (High Dynamic Range Image). HDR bzw. HDRI stehen für Verfahren, die mit spezieller fotografischer Ausrüstung (spezielle Kameras) oder speziellen fotografischen Verfahren, Datei Formaten und Ausgabemedien (spezielle Monitore) sogenannte Hochkontrastbilder zum Ziel haben.

Mit herkömmlicher Technik kann man den Dynamikumfang eines solchen Hochkontrastbildes nicht sinnvoll darstellen. Um als normalsterblicher Fotograf in den Genuß von HDR Fotos zu kommen, muss man diese Hochkontrastbilder in ihrem Dynamikumfang reduzieren. Ein solches, im Dynamikumfang reudziertes Foto, wird in diesem Zusammenhang LDRI – Low Dynamic Range Image (auch LDR Bilder) genannt. LDR Bilder werden in dem, uns als Fotograf vertrauten, gewohnten Dynamikumfang definiert und dargestellt, so dass ein jeder Fotograf diese auf seinen Ausgabegeräten darstellen kann.

Da in diesem Zusmmenhang auch häufig das Akronym DRI – Digital Range Increase genannt wird, sei an dieser Stelle kurz erläutert: DRI beschreibt eher spezielle Verfahrensweisen, kann aber an dieser Stelle nicht als Überbegriff sinnvoll genutzt werden.

Beide Akronyme (HDR und DRI) sind in den letzten Jahren oft durcheinandergewürfelt worden. Sie haben in gewisser Weise eine publizistische Eigendynamik entwickelt. Demzufolge wird Dich jeder in etwa verstehen, wenn Du eine der beiden Abkürzungen benutzt. Natürlich hat etwas noch lange keinen Anspruch auf Richtigkeit, wenn es nur häufig genug wiederholt wird.

Wenn Du bis hierher noch nichts verstanden hast, dann kann ich Dich beruhigen. Ab jetzt wird es einfacher.

Was ist mit HDR Fotografie überhaupt gemeint?

Das Ziel verschiedener HDR Verfahren ist es, einfach ausgedrückt, aus “zu” dunklen bzw. “zu” hellen Fotos mehr herauszuholen, als eine Kamera oder ein gewöhnliches Bildbearbeitungsprogramm mit Hilfe einer Bilddatei auf einem Monitor oder auf einem anderen Medium darzustellen vermag.

Also noch einfacher und vorsichtig positiv ausgedrückt: Der fotografische Versuch einer adäquaten, fotografischen Wiedergabe der Licht- und Farbfülle unserer Umwelt.

Oder noch einfacher und negativ ausgedrückt: Die Erzeugung von quietschbunten, “grunge”igen Fotos, die so gar nichts mehr mit der “Realität” gemein haben.

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Ein Fotograf auf LSD

Es gibt verschiedene Verfahren, die alle auf die extreme Veränderung von Tonwerten in Fotos abzielen: Exposure Blending und Tonemapping sind die Definitionen, die einem im Zuge solcher Verfahren am häufigsten begegnen. Man könnte auch sagen, die am meisten angewendeten Bildbearbeitungsverfahren, um aus HDR Fotos LDR Fotos zu machen. Diese beiden Begriffe beschreiben quasi Teilaspekte eines gesamten Verfahrens, das gar nicht so kompliziert ist, wie es vielleicht klingen mag. Um das Verfahren zu verstehen, muss man sich nur ein bisschen damit beschäftigen.

In meinen folgenden Ausführungen beziehe ich mich ausschließlich auf Verfahren, die jeder Fotograf mit einer normalen Kamera und etwas Zusatzausrüstung durchführen kann.

Was meine ich überhaupt mit extremer Veränderung der Tonwerte im Rahmen einer digitalen HDR- Bearbeitung von Bilddaten?

Im Prinzip ist damit die Anreicherung, Streckung, Dehnung der Tonwerte eines bestimmten Fotos gemeint, also die entsprechende Veränderung der digitalen Bildinformationen durch das Addieren von Informationen bzw. Substrahieren von Informationen.

Es werden also nicht nur die bestehenden Bildinformationen einer einzigen Aufnahme basierend auf den bestehenden Tonwerten verändert und manipuliert. In HDR- Bearbeitungen nimmt man sich zudem zusätzliche Bildinformationen von verschiedenen Bilddateien und erstellt daraus ein neues Foto. Vor allen Dingen bedient man sich in den Bereichen der Höhen oder der Tiefen.

Diese Veränderungen lassen sich am Besten anhand des Histogrammes veranschaulichen. Was das Histogramm genau ist, das erfährst Du iim dritten Teile meiner Artikelserie zum Thema HDR- Fotografie.

Fotos und Text © 2009 Olaf Bathke

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