Artikel-Schlagworte: „Foto“

Olaf Bathke, Fotograf aus Kiel, ist spezialisiert auf die Bereiche Landschafts- und Portraitfotografie. In diesem Blog berichtet er über die Fotografie, die Entstehung von Landschaftsfotos, seine Arbeit als Fotograf in Hamburg bzw. als Hochzeitsfotograf in Hamburg bzw. Kiel und was ihn sonst noch so bewegt.

Hochformat: Digitales „terra incognita“!

Mittwoch, 16. September 2009

hochformat-01

terra incognita – unbekanntes Land

Christoph Columbus nannte das Land, was es im 15. Jahrhundert zu entdecken galt, terra incognita. Dieses „unbekannte Land„ gilt es unter dem Gesichtspunkt “Format” für einen Großteil der Landschaftsfotografen auch heute noch zu entdecken.

In den Fotocommunities und Fotoforen kann die aufmerksame Fotografin bzw. der aufmerksame Fotograf folgendes Phänomen beobachten: Es sind verschwindend wenig hochformatige Landschafts- bzw. Reportagefotos vorzufinden.

Hier mal eine kurze statistische Auswertung:

(Eine beliebige) Fotocommunity, Bestenliste, Naturchannel:
Anzahl der hochformatigen Fotos: 7% (7 der ersten 100 Fotos)

Eine Ausgabe der mare:
Anzahl der hochformatigen Fotos: 57% (gezählt wurden alle Fotos des Heftes)

Die Differenz dieser beiden Prozentangaben erschreckt, ist doch einer der Hauptabsatzmärkte für Landschafts- oder auch Reportagefotografie gerade das Printmedium.

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Making of: Praising what is lost

Freitag, 29. Mai 2009

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Das ist sicherlich nicht eines meiner schönsten Fotos. Es ist aber ein weiteres Beispiel dafür, dass man immer mit den spannendsten Phänomenen in der Natur rechnen sollte.

Es war Winter und nach Wochen in Grau schien sich laut Wetterbericht die Wolkendecke mal wieder etwas zu öffnen. Vor Ort zeigte sich, dass sich jegliche Feuchtigkeit in den gasförmigen Zustand geflüchtig hatte. Es war ausgesprochen klare Luft und es zog Kälte auf. Solch Wetter mag ich eigentlich noch weniger als Regenwetter.

Im Laufe des Abends tauchte am Horizont eine merkwürdige Lichtsäule auf, die ich mir überhaupt nicht erklären konnte. Ich vermutete zunächst die in Schleswig- Holstein eher seltene Erscheinung des Polarlichts. Dafür war es aber zu statisch. Die Säule wuchs im Sonnenuntergang, also im flachen Winkel zur Erde und verschwandt mit der untergegangenen Sonne.

Zu Hause hat mich das Phänomen dann nicht losgelassen. Es mußte etwas mit der Reflaktion der Sonnenstrahlen zu tun haben. Ein Blick auf die Karte verhalf zur Klarheit, der Rest war ein bisschen Rätselraten. Die Sonne reflektierte sich in einem größeren See und die reflektierten Lichtstrahlen mußten mit ziemlicher Sicherheit durch herabfallende Eiskristalle sichtbar gemacht worden sein (aufziehende Kälte). Ich bin mir also ziemlich sicher, einen Haloeffekt zu Gesicht bekommen zu haben.

P.S: Ich bin sehr stolz, hier so kompetente Kommentatoren zu haben, Hut ab… ;-)

Die Entdeckung der Langsamkeit

Dienstag, 28. April 2009

Hundertsiebzehn Sekunden

Hundertsiebzehn Sekunden

Wenn ich mal durch die Foren streife, dann mag ich bei ambitionierten Fotografen ein reges Interesse an schnellen Verschlusszeiten vermuten. Ein Objektiv wird gerne über die Blendengröße und damit über das Ermöglichen von schnellen Verschlußzeiten in widrigen Lichtsituationen bewertet. Kaum ein Fotograf kommt auf die Idee, mal darüber zu diskutieren, eine Objektiv- Qualität anhand der Farbdarstellung, des Kontrastumfanges oder des Rauschverhaltens unter dem Gesichtspunkt von Langzeitbelichtungen zu diskutieren.

Tatsächlich ist die Langsamkeit neben der Schnelligkeit der Auslösung in der Fotografie eine wichtige, äquivalente, gestalterische Möglichkeit.

Bewegungsabläufe lassen sich durch längere Verschlußzeiten deutlich machen. Langsamkeit hilft also interessanterweise auch Schnelligkeit einzufangen.

Langsamkeit ist auch ein wichtiges Prinzip für ein überlegtes fotografisches Handeln. Ich bin der festen Überzeugung, das so ein überlegtes Handeln vielen ambitionierte Fotografen gut bekommmen würde.

Die Beschäftigung mit technischer Langsamkeit möge sich übertragen auf das überlegte fotografische Vorgehen. Das Bewusstwerden von Möglichkeiten hilft, diese Möglichkeiten im fotografischen Alltag tatsächlich zu nutzen.

Die Physik gibt es uns vor: Um eine längere Belichtungszeit zu erreichen, langt es nicht, einfach die Verschlusszeit zu verstellen. Wenn für eine längere Zeit Licht in die Kamera fällt, dann muss man für eine gleichwertige Belichtung irgendwo Lichtenergie reduzieren.

Ich habe Euch deshalb mal eine Liste der Möglichkeiten für eine Reduzierung von Lichtenergie zusammengestellt:

  • Man verkleinert die Blendenöffnung und läst dadurch weniger Lichtenergie einfließen. Hier entscheidet die Qualität des Objektivs maßgeblich über die Qualität von Schärfe, Kontrastumfang und Farbdarstellung.
  • Man reduziert die Lichtempfindlichkeit. Gerade in der digitalen Fotografie ist die Möglichkeit der Veränderung der ISO Werte eine wichtige Option in der Gestaltung von Fotografien. Man sollte nicht davor zurückschrecken, auch mal auf ISO 50 zu gehen, selbst wenn diese Empfindlichkeit in den meisten Kameras softwareseitig errechnet wird. Dieser Schritt ermöglicht nämlich gestalterische Mittel.
  • Man reduziert den Einfall von Licht durch den Einsatz von Filtern. Wer jetzt nur an Graufilter denkt, der denkt nicht weit genug. Für mich ist z.B. der Einsatz eines Farbfilters oder eines Polfilters gerade unter dem Gesichtspunkt des Ermöglichens von längeren Verschlußzeitens eine wichtige Option. Auch solche Filter schlucken Lichtenergie und ermöglichen Langsamkeit, ermöglichen aber auch gleichzeitig die Gestaltung eines Fotos durch die jeweiligen Filtereffekte.
  • Man verändert die Lichtbedingungen. Dies erreicht man je nach Art der Fotografie durch die Berücksichtigung der Tageszeit und Wetterbedingungen, durch das Abdunkeln der Örtlichkeiten, das Reduzieren des Kunstlichtes bzw. Blitzlichtes.

Vielleicht hilft Euch diese kleine banale Auflistung, die Langsamkeit in der Fotografie für Euch neu zu entdecken.

Auf Eure Erfahrungen zu dem Thema Langsamkeit bin ich gespannt. Bitte nutzt den Kommentar.

Alte Blogartikel

Donnerstag, 19. März 2009

Ihr seid gefragt! In den nächsten Wochen möchte ich einige meiner alten Blogartikel reanimieren.
Unsicher bin ich mir noch:

  • Ob ich sie nach und nach mal hochladen sollte.
  • Ob ich sie während meiner größeren Reise in einem Stück zu neuem Leben erwecken sollte.

Stammleser haben sicherlich den einen oder anderen Artikel im Kopf:

Welche Artikel würdet ihr hier gerne noch einmal lesen bzw. sollen neue Besucher dieses Blogs unbedingt noch einmal präsentiert bekommen?

Schreibt es mir bitte in den Kommentar.

Fakt ist, dass ich nicht die Interviews rüberschaufeln möchte und auch meine Reisetagebücher werden es nicht schaffen, hierher zu emigrieren. Das wäre einfach zu viel Arbeit.

Making of: it came in gusts

Montag, 23. Februar 2009

it came in gusts
It came in gusts markiert einen Zeitpunkt in meinem Leben, in dem sich viele positive Veränderungen einstellten. Damals gab es nach einer eher düsteren Phase berufliche und private Entwicklungen, die einfach klasse waren. Interessanterweise spiegelt sich diese Lebensgefühl in meinem aktuellen Bannerfoto wieder, obwohl es nicht beabsichtigt war. Das Foto entstand eher intuitiv.

An diesem wunderbaren Frühsommernachmittag zog ein heftiges Gewitter heran. Bei gravierendem Wetterwechsel besteht immer die Chance für ein besonderes Foto. Deshalb hatte ich alles stehen und liegen lassen, mich auf mein Motorrad gesetzt und bin in die Felder gefahren.

An einem Kornfeld hielt ich intuitiv an. Hier schienen mir die Lichtverhältnissen am spannendsten. An diesem Feld arbeitete ich ca. eine Stunde an einem guten Bildausschnitt. Bedingt durch die schwüle Gewitterluft fiel mir irgendwann der angenehme Wind auf, der rückwärts kommend mit den Ähren spielte. Mich erinnerte das Spiel der Ähren an Wellenbewegungen. Es kam mir die Idee, genau diese Wellenbewegungen einzufangen. Hierfür schraubte ich einen leichter Graufilter vor das Objektiv, um mit ca. 2,5 sec. Belichtungszeit Bewegungsunschärfe zu erzeugen. Durch die verlängerte Verschlusszeit konnte ich die Ährendecke unscharf zeichnen. Nun wartete ich auf das richtige Licht in Verbindung mit der richtigen Böe.

Hier an der Küste zieht ein Gewitter meistens gegen den Wind auf. Meine Kalkulation ging auf, nach kurzer Zeit zog die dicke von vorne heranziehende Gewitterwolke gegen den rückwärtigen Wind heran und fing an, die Sonne zu verdecken. Wenn eine Wolke die Sonne verdeckt, dann gibt es im Übergang ein besonderes, gedämpftes Licht. Das gilt insbesondere für Gewitterwolken.

Und ein besonderes Licht ergibt meistens ein besonderes Foto!

Viele Auslösungen hatte ich nicht, da die Gewitterfront schnell heranzog. Kniffelig waren zudem die Veränderungen der Lichtbedingungen.

Bedingt durch die Reduzierung des Lichtes (Wolken) musste ich fortwährend den Blendenwert und die Verschlußzeit kontrollieren. Mehr durch Zufall entdeckte ich den Reiz einer leichten Unterbelichtung, die ich dann bewusst mit minus 2/3 stop umsetzte.

Das Gewitter war heftig! Auf der Rückfahrt durchdrang der Regen meine Motorradkleidung bis auf die Unterhose. Besondere Fotos verlangen eben Opfer.

Die Bildbearbeitung beschränkte sich auf die üblichen Kontrastveränderungen und Tonwertkorrekturen.

Wenn Euch die Entstehung eines bestimmten Fotos besonders interessiert, so lasst es mich wissen.



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