Über meine Arbeit als Hochzeitsfotograf in Hamburg: 121 Tipps und Tricks

Einige Jahre arbeite ich mittlerweile als Hochzeitsfotograf vor allen Dingen in der Metropole Hamburg. Auf der Homepage hamburg-hochzeitsfotograf.de kann man sich über meine Arbeit als Hochzeitsfotograf einen Überblick verschaffen. Dort gibt es vor allen Dingen für Brautleute umfassende Informationen:

hochzeitsfotograf-hamburg

Hochzeitsfotos gibt es nach einem Klick auf das eben angefügte Foto. (Quelle: hamburg-hochzeitsfotograf.de)

Und woher bekommen angehende Hochzeitsfotografen Informationen? Weiterlesen

Die „Point and Click Technik“ oder „Oh, da ist ein….!“

Fotos von Eichhörnchen

Die Wortschöpfung stammt von mir:

Point and Click- Technik

Sie beschreibt ein bestimmtes fotografisches Vorgehen.

Das Prinzip der „Point and Click- Technik“ ist einfach. Der Fotograf zeigt begeistert mit seinem Zeigefinger auf das Objekt seiner Begierde, zielt mit der Kamera und drückt ab.

Wertfrei betrachtet handelt es sich bei der „Point and Click- Technik“ um ein simples fotografisches Vorgehen.

Auch ich gehe manchmal so vor. Schaut euch mal das Foto von dem Eichhörnchen oben an.

Die meisten werden bei der Betrachtung dieses Fotos sagen:

„Oh, ein Eichhörnchen!“

Der eine oder andere würde vielleicht ausführlicher empfinden:

„Oh, das ist aber ein niedliches Eichhörnchen!“

Die wenigsten Betrachter werden wohl philosophisch urteilen:

„Oh, da sehe ich das personifizierte Gute! Es kann keinem Wesen etwas zu Leide tun!“

Oder vielleicht gesellschaftskritisch:

„Oh, ich sehe einen Kulturfolger, der sich nicht mehr angemessen in der Natur mit Nahrung versorgen kann und sich leider in einem Tierpark durchfüttern muss!“

Die beiden letzten Urteile werden vor allen Dingen deshalb keine Chance haben, weil ich bei dem Machen dieses Fotos auch nur gedacht habe:

„Oh, da ist ein Eichhörnchen!“

Genau so ein Foto wollte ich für meinen Sohn machen, als wir das erste Mal im Tierpark Hagenbeck waren. Mein Sohn bekam dieses Foto in sein Fotoalbum gesteckt und dort erfüllt es bis heute seinen Zweck. Ich kann es meinem Sohn zeigen und ihm erklären:

„Das ist ein Eichhörnchen!“

So ein Vorgehen hat eine Daseinberechtigung, wenn das Ergebnis entsprechend beabsichtigt ist. Die Ergebnisse solches fotografischen Vorgehens treffen wir überall: In der dokumentarischen Fotografie, in der Pressefotografie und auch in der modernen Stockfotografie. (Oh, da ist eine freundliche Frau! Oh, da wird Sport gemacht! Oh, da geht jemand ans Telefon!)

Überall dort, wo einfache Botschaften vermittelt werden sollen, kann die „Point and Click- Technik“ den Fotografen glücklich machen.

Problematisch ist dieses Vorgehen nur dann, wenn man eigentlich ein anderes Ergebnis erwartet. Ein Foto, dass mit der „Point and Click- Technik“ erstellt wurde, wird kaum eine Chance haben, gehaltvoll interpretiert zu werden.

Verdeutlichen möchte ich das mal an einem anderen Beispiel:

Ich laufe irgendwo in Indien durch eine Häusergasse und mir läuft eine Kuh über den Weg. Mein Foto von dieser Kuh wird höchstwahrscheinlich abwechselnd gestaltet sein, wenn ich in unterschiedlicher Art und Weise über diese Kuh denke bzw. etwas in ihr sehe.

Ich könnte sagen:

„Oh, eine Kuh!“

Ich könnte aber auch sagen:

„Oh, ein heiliger Gott erscheint mir in Form einer Kuh!“

Als reflektierter Fotograf würde ich mein Foto sicherlich versuchen entsprechend meiner Gedanken und meiner Empfindungen zu gestalten.

Oder noch ein – vielleicht lebensnaheres – Beispiel:

Wenn ich vor habe, einen Sonnenuntergang zu fotografieren, dann wird mein Foto höchstwahrscheinlich nicht viel mehr Aussage haben als:

„Oh, das ist aber ein schöner Sonnenuntergang!“

Natürlich sind Sonnenuntergangfotos toll und vom Lebenspartner wertgeschätztes Geburtstagsgeschenk.

Wünsche ich aber ein Foto mit einer umfassenderen Botschaft, so komme ich Wohl oder Übel nicht umhin, etwas ausführlicher an einem fotografischen Objekt zu arbeiten. Ich muss versuchen, etwas in diesem Objekt zu erkennen. Und wenn ich dieses Etwas darin erkannt habe – und nur dann – habe ich auch die Chance dieses Foto entsprechend zu gestalten.

Erwartet also von einem in der „Point and Click- Technik“ aufgenommenen Foto nicht, dass es in der Fotocommunity eures Vertrauens bedeutungsschwangere Kommentare generiert. Hochtrabende Kommentare zu meinem obigen Eichhörnchenfoto würde ich niemals dem Erfolg meines fotografischen Vorgehens zuschreiben. Vielmehr würde ich Einschleimversuche unterstellen oder eine beginnende Psychose diagnostizieren.

Euer fotografisches Vorgehen, euer Denken und Handeln bestimmen also maßgeblich das fotografische Ergebnis. Wendet die „Point and Click- Technik“ an, wenn ihr entsprechende Bilder wünscht. Erwartet dann aber nicht, dass die Betrachter darin etwas Besonderes erkennen.

Bildbearbeitung kann diese Arbeit an einem fotografischen Objekt kaum ersetzen. Einem Foto, dass mit der „Point and Click- Technik“ erstellt wurde, kann man nachträglich kaum noch dieses gewisse Etwas hinein shoppen. (shoppen = mit Photoshop bearbeitet)

Eichhörnchenfotos gibt es viele und für Euch wird dieses Foto keine weitere Bedeutung haben, außer in dem Zusammenhang mit diesem Artikel.

Schon in 5 Minuten werdet ihr es vergessen haben.

Anders wird es bei meinem Sohn sein. Der wird sicherlich noch in einiger Zeit bei dem Anblick des Fotos sagen:

„Da!!! Papa!!!“

Vergrößerungen via Weitwinkel- Objektiv bzw. die Magie des Vordergrundes

Für alle Potter Harrys der fotografischen Spiegelwelt gilt jetzt: Es ist Zauberstunde!

Unsere Lektion heute ist die einfache Vergrößerung von Gegenständen. Ihr benötigt dafür keinen Zauberstab, auch keinen Zauberspruch. Das einzige was ihr dafür benötigt ist eine Kamera und ein Weitwinkelobjektiv.

Viele ambitionierte Hobby- Fotografen nutzen Ihr Weitwinkelobjektiv dazu, „möglichst viel Landschaft einzufangen“. Der Name ist Programm: Weitwinkel = Weite. Weitwinkelobjektive zeichnen sich allerdings nicht nur dadurch aus, dass man durch einen großwinkligen Lichteinfall ein breites Sichtfeld von Landschaft einfangen kann.

Weitwinkel Objektive haben noch eine weitere Funktion, die vielen ambitionierten Fotografen nicht immer bewusst ist.

Die Optik von Weitwinkelobjektiven hat die Eigenschaft, nahe Objekte vergrößert darzustellen und zwar relativ zum Hintergrund.

Oder veranschaulicht ausgedrückt: Weitwinkelobjektive wirken schnell wie eine Lupe, wenn man dichter herangeht.

Um diesen Effekt zu verdeutlichen, habe ich mal ein Hochzeitsfoto rausgesucht. Hier seht ihr einen Jungen, den ich mit einem 15mm Fischauge aufgenommen habe. Die Fliege  und der Kopf wirken im Verhältnis zum Hintergrund vergrößert  bzw. überdimensioniert.

vergroesserungen-mit-weitwinkel-objektiven04Ein Objektiv mit einer Brennweite von 15mm ist, wenn man es so will, ein sehr extremes Weitwinkelobjektiv. Normalerweise arbeitet man in der Landschaftsfotografie oder der Reportagefotografie in Sachen Weitwinkel eher im Brennweitenbereich von 17-35 mm. Das entspricht dem Brennweitenbereich meines Lieblings Objektives, dem Canon EF 17-40mm 4.0 L. Mit diesem Objektiv ist man sowohl mit einer Crop Kamera (40D, 50D, 500D, 1000D u.a. ) oder auch mit einer richtigen 35mm Digitalkamera (z.B. Canon 5D, 5D Mark II und allen Kameras der 1D Serie) auf der sicheren und professionellen Seite. Dieses Objektiv nutze ich gerne für den oben erwähnten Vergrößerungseffekt. Ein Großteil meiner Landschaftsfotos sind mit genau diesem Objektiv gemacht. Ihr müsst es einfach kaufen. 😉

Anders als bei dem oben gezeigten Portrait des Jungen lege ich in der Landschaftsfotografie Wert darauf, dass die Welt natürlich dargestellt wird. Der Zaubertrick für diesen Realismus ist das Verlagern dieses Vergrößerungseffektes in den Vordergrund bzw. in den Randbereich des Bildausschnittes.

Mit Randbereich meine ich, von einem normalen Blick nach vorne ausgehend, den rechte oder linken Bildrand. Als Landschafts- Fotograf nutze ich diesen Effekt im Randbereich allerdings selten.

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In der Landschaftsfotografie nutze ich diesen Vergrößerungseffekt meistens im Vordergrund. Vordergrund fängt in der Landschaftsfotografie mit Weitwinkel immer da an, wo die eigenen Füße noch stinken können: Also ein paar Zentimeter vor unseren Fußspitzen. Objekte im Vordergrund kann man also relativ zum Hintergrund vergrößern, wenn man das Objektiv nahe an dieses Objekt vor meinen Fußspitzen heranbringt. So ein Objekt kann ich der Landschaftsfotografie alles mögliche sein: Ein Stein, ein Ast, eine Welle, eine Brücke, ein totes Tier…

Vielleicht hört sich das ein bisschen trivial an, aber:
Die meisten Fotografen lassen sich gerne von einem grandiosen Panorama ablenken und achten nicht auf das, was vor ihren Füßen liegt. Um solche Objekte zu finden, muss man tatsächlich seinen Blick schulen. Schaut bei der Landschaftsfotografie immer mal wieder auf den Boden. Ist auch besser, weil man so das Unfallrisiko durch Stolpern verringert. Das ist ernst gemeint, ich spreche in diesem Blog immer aus Erfahrung: Informationen aus erster Hand oder soll ich in diesem Falle sagen Fuß…

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Nur nicht drüber stolpern…

Objekt und Objektiv, nun müsst ihr aufmerksam lesen:

Zunächst müsst ihr also so ein Objekt für den Vordergrund finden. Dann könnt ihr mit dem Zaubern bzw. mit dem Vergrößern beginnen. Geht mit dem Objektiv dicht heran und kontrolliert immer wieder die Präsenz des Hintergrundes. Für die Gestaltung des Bildausschnittes empfiehlt sich das Arbeiten mit einem Dreibein. Mit einem Dreibein könnt ihr Euch viel Zeit bei der Einstellung des Bildausschnittes nehmen. Meine Bandscheibe liebt das Dreibein.vergroesserungen-mit-weitwinkel-objektiven03

Ohne Dreibein läßt es sich hier nur schwer komponieren…

Problem Schärfentiefe
Die technische Qualität Eures Objektivs wird die technische Qualität des Bildes und somit die Bildschärfe bestimmen. Dreht die Blende ordentlich auf: Ab f8 bis f10 bekommt unser Zauber erst die richtige Schärfe. Dann nämlich könnt ihr den Vordergrund scharf stellen, ohne das der Hintergrund verwaschen wirkt.

Wenn das Foto schlecht ist, dann seid ihr also zu dicht dran…

Moment mal, hieß das nicht anders?

Nein, in diesem Fall ist es tatsächlich andersherum: Ab einer bestimmten Nähe zu dem Objekt bekommt ihr Probleme mit der Schärfe des Vordergrundes bzw. mit der Schärfe des Hintergrundes. Tatsächlich kommt ihr nicht darum herum, die Grenzen Eures Objektivs in Sachen Schärfe und Schärfentiefe auszuloten. Mit der Zeit entwickelt ihr aber dafür ein Gespür. Und Gespür in Verbindung mit Sichtkontrolle ist besser, als jede Berechnung der Hyperfokalen Distanz.

Der Vergrößerungseffekt wirkt besonders gut, wenn das fotografierte Objekt im Bildausschnitt weit vom Bildmittelpunkt entfernt ist.

Nicht das ihr mich jetzt missversteht:
Wer jetzt denkt, dass der Vergrößerungseffekt stärker ist, wenn das Objekt weit vom Bildmittelpunkt entfernt ist, der irrt gewaltig. Tatsächlich ist das einzig entscheidende Kriterium für den Vergrößerungseffekt der Abstand des Objektes von dem Objektiv.

Da der Vergrößerungseffekt nur im Verhältnis zu dem Hintergrund wirkt, müsst ihr auf den Hintergrund genau so Acht geben, wie auf den Vordergrund. Eine Platzierung des Objektes in den Vordergrund hat vor allen Dingen den Vorteil, dass mehr Platz zum Vergrößern des Objektes ist, ohne dass man den Hintergrund durch die Dimensionen des vergrößerten Objektes verdeckt.

Wenn ihr das nächste Mal fotografieren geht, dann nehmt Euch doch mal vor, auf diesen Vergrößerungseffekt zu achten und versucht ihn gestalterisch umzusetzen. Nicht nur ich bin auf Eure Erfahrungen gespannt. Eure Erfahrungen helfen jedem anderen Leser dieses Artikels. Schreibt darüber in dem Kommentar oder setzt einen Trackback zu Eurem Blog.

Ihr seid wichtig!! Die Idee für diesen Artikel habe ich z.B. über eine Anmerkung auf Twitter bekommen. Eure Anmerkungen sind nicht nur Antrieb für mein Bemühen als Autor. Eure Fragen, Anmerkungen und Kommentare bringen mich auf Ideen für neue Artikel. Eure Kommentare sind häufig sehr interessant.

Fotografie: Das Komponieren von Stille

komponieren-von-stille
Cutting the strings in a sea of sadness

Musik und Stille

Eines meiner Lieblingsthemen ist die Ähnlichkeit der Kunstform Fotografie mit der Kunstform Musik. Viele Dinge in der Fotografie konnte ich erst richtig begreifen, dadurch dass ich sie in der Musik begriffen habe. Dies gilt besonders für das Komponieren von Stille.

Stille ist in der Musik leichter zu begreifen, als in der Fotografie. Das Klavier und die Geige sind in der Musik das, was die Fotokamera in den visuellen Kunstformen ist. Allen drei Geräten ist gemein, besonders gut Stille komponieren zu können. Stille fällt in der Musik allerdings mehr auf als in der Fotografie. Die Stille ist in der Musik deutlicher, als in anderen visuellen Kunstformen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Fotografie und Musik

Musik ist auf einer Zeitschiene fortlaufend, ein Foto suggeriert hingegen das Gefühl von einem Moment. In der Musik kann in einem Moment tatsächlich mal „Nichts“ sein, das empfindet der Zuhörer dann meist als Stille. Die Stille wird in der Musik immer von Tönen eingerahmt und begrenzt. Musik ohne Töne wäre schwer Musik zu nennen. Stille entsteht in der Musik also durch eine Reduzierung der musikalischen Reize. Stille ist kein statischer Zustand, sie ist vielmehr ein Prozess. Sie kann es ohne Reize nicht richtig geben. Stille ohne Reiz wäre vielmehr Leere. Und Leere sehe ich als nicht mehr wahrnehmbar an.

Stille ist für den Menschen von wichtiger Bedeutung

Stille ist das Reduzieren von unterschiedlichsten Reizen, die auf einen Menschen einwirken können. Der Mensch hat den Reflex, sich permanent orientieren zu wollen. Orientierung geschieht vor allen Dingen durch Reizaufnahme und Reizverarbeitung.

Sind keine Reize vorhanden, so lauscht der Mensch reflexartig in sich hinein. Weshalb es schwer wird, von völliger Stille zu sprechen. Es bleiben immer noch die inneren Reize, die der Mensch wahrnehmen kann.

Die Sehnsucht nach Stille

Menschen haben eine tiefe Sehnsucht nach Stille bzw. danach „In- Sich- Hineinzuhören“. Reizüberflutung und Informationsflut sind Faktoren, die dieses „In- Sich- Hineinhören“ erschweren. Der Mensch hat Filter, Reizbombardements abzublocken. Filtern geht allerdings auf Kosten des Erlebnisses der Wahrnehmung. Reizreduzierung ist der eigentliche Königsweg für tiefe innere Zufriedenheit durch „In- Sich- Hineinhören“.

In solchen Momenten werden Gedichte geschrieben!

Die norwegische Sängerin Kari Bremnes beschrieb diesen Königsweg mal so:

„Auf einer langen Wanderung im norwegischen Fjell kommt irgendwann immer der Moment, in dem ich mein eigenes Herz schlagen höre.“

Poetischer kann man das kaum ausdrücken.

Der Mensch ist auf der Suche nach Stille

Die Meditation ist eine klassische Disziplin, Reize zu reduzieren, damit der Mensch in sich hineinhorchen kann. Moderne Menschen nehmen auch schon mal ein Bad in einer Reizreduzierungsröhre.

Gelingt es dem Menschen, in sich hineinzuhören, so ist er innerlich berührt. Er hat ein Gefühl von Wahrheit bzw. Authentizität und wertschätzt das Erlebnis als etwas Besonderes. Menschen haben eine tiefe Sehnsucht, nach einem solchen Zustand innerer Berührung, nach dieser Wahrheit bzw. Authentizität.

Die Fotografie ist ein gutes Medium, Stille zu produzieren

In bezug auf visuelle Kunstmedien sehe ich die Fotografie persönlich als das Medium, das am geeignetsten ist, authentische Stilleerlebnisse zu produzieren. Warum ist das so:

  • Ein Foto besteht schon einmal per se nicht aus Geräuschen, Tönen oder Melodien.
  • Ein Foto fokussiert den Blick auf eine feststehende, sich nicht bewegende Situation. Außenstehende Reize werden ausgeschaltet.
  • Das Foto gewinnt eigentlich immer an Wert, wenn man es nach dem Prinzip komponiert: Weniger ist mehr.
  • Ein Foto ist in den meisten Fällen ein Abbild von Wahrheit bzw. Authentizität.

Wie in der Musik, so wird in der Fotografie Stille vor allen Dingen durch die Reduzierung von Reizen produziert. Weniger ist mehr, das sollte der Leitspruch eines jeden ambitionierten Fotografen sein. Auch in der Fotografie gäbe es wie in der Musik keine Stille ohne einen Reiz. Ein Foto ohne zusammenhängende Reize wäre schlicht und ergreifend leer. Und so eine Leere wäre nicht gleich Stille. Ein gutes Foto benötigt Reize, um Stille zu komponieren.

Stille Fotos kommen bei den meisten Menschen gut an. Das liegt an der oben beschriebenen Sehnsucht nach Stille. Menschen fühlen sich durch eine solche Stille meistens innerlich berührt. Aber auch mich als Fotograf berührt die Stille in der Fotografie.

Ein bisschen halte ich es wie Kari Bremnes: Bei längeren Aufenthalten in der Natur komme ich dazu, in mich hineinzuhören. Fühle ich mich innerlich von der Natur berührt, so mache ich mir ein Bild. Wenn ich anschließend meinem Publikum mit so einem Bild ein Gefühl von innerer Berührung beschere, dann weiß ich warum ich so gerne fotografiere.

Stille ist kein einfältiges Thema

Meine persönliche Überzeugung ist, dass unser Denken maßgeblich auch den Tiefgang unserer Fotografie bestimmt. Es ist spannend, die Zitate von Fotografen mit Weltruhm zu studieren. Die Zitate machen deutlich, wie tiefgründig die Fotografen Ihre Arbeit gedanklich erfasst haben.

Stille ist in der Fotografie ein tiefer gehendes Phänomen. Wer Stille begreift und erfährt, wird seinen Fotografierstil besser verstehen bzw. einordnen können, hat eine Chance auf Weiterentwicklung. Manchmal ist es einfach erforderlich, das man über schwierige Dinge nachdenkt und die Zusammenhänge begreift.

Wer einfältig denkt, der wird auch einfältig fotografieren.

Was könnte Euch helfen, Stille zu komponieren:

So tiefgründig dieses Thema ist, so schwer fällt es mir an dieser Stelle Ratschläge zu geben. Eine umfassende Würdigung und Auseinandersetzung wäre eigentlich Inhalt eines kompletten Workshops oder eines persönlichen Coachings.

Vielleicht habt Ihr bei Eurer nächsten Fototour Lust auf ein kleines Experiment:

Sucht Euch eine Szenerie, ein Motiv. Stellt Eure Kamera auf ein Stativ, zoomt heran, geht näher heran, vergrößert die Blende, arbeitet kreativ mit dem Licht und reduziert Reize und Objekte. Lasst Euch vor allen Dingen Zeit. Wenn ich draußen in der Natur arbeite, so benötige ich manchmal mehr als eine Stunde, um die Einstellungen der Kamera so zu haben, wie ich sie möchte. Reduziert die einzelnen Bildelemente durch Eure fotografischen Gestaltungsmöglichkeiten solange, bis Ihr das Gefühl habt, dass das Foto keine Botschaft bzw. keine Bedeutung mehr hat.

Dann geht Ihr in Eurer Kompositions- Historie einfach einen Schritt zurück und macht das Foto.

Vielleicht hat der eine oder andere Lust, dieses Experiment, einmal auszutesten und in seinem Blog oder im Kommentar darüber zu berichten. Das sind Eindrücke von denen wir alle etwas lernen können. Ich bin neugierig…

Deutsche Fotografen bedroht von der Kältewelle

kaelte-fotograf-kiel-blog

Ganz Deutschland redet von der Kälte. Ich rede an dieser Stelle mal über die Herausforderungen für einen Landschaftsfotografen bei minus 15 Grad.
Nein, damit ist nicht die heldenhaften Fantasie von Zoomyboy gemeint.

Gemeint ist die Gefahr, die gerade Objektiven droht, wenn sie mit starker Unterkühlung in die warme Wohnung gerettet werden.

Die rasante Temperaturschwankung in Verbindung mit der Luftfeuchtigkeit der meisten Wohnungen führt nämlich zur Kondenswasserbildung an kalten Flächen. Dieses Kondenswasser kann sich durchaus innerhalb des Objektivgehäuses bilden und dort sein Unwesen treiben. Das Wasser kann Metal angreifen und Schimmelbildung fördern.

Nicht unmittelbar und sofort, sondern eher schleichend und im Wiederholungsfall.
Wie kann man der Fotograf schützen?

  • Ihr sorgt dafür, dass sich die Kamera mit den Objektiven langsam akklimatisiert. Vielleicht habt ihr eine Garage oder einen unbeheizten Flur, in dem ihr die Kamera zwischenlagert, bevor ihr sie in die Wohnung holt. Schrittweise aufwärmen hilft.
  • Ihr verpackt die Kamera mit den Objektiven draußen vor der Tür in einen stabilen, luftdichten Müllbeutel, lasst die Luft weitestgehend raus und verschließt den Beutel mit einem festen Knoten. Wenn die Kamera auf Zimmertemperatur ist, dann könnt ihr den Beutel wieder öffnen.

Achtung unbedingt den Kommentar von Guido lesen!

Blogrelevantes fällt mir oft beim Fotografieren vor meiner Haustür in Kiel ein. (Das Foto ist allerdings aus dem letzten Jahr! Aber es passt so gut.)

Sind solche Tipps Heiß oder Kalt? Eure Rückmeldung steuert die Inhalte dieses Blogs!