Olaf Bathke, Fotograf aus Kiel, ist spezialisiert auf die Bereiche Landschafts- und Portraitfotografie. In diesem Blog berichtet er über die Fotografie, die Entstehung von Landschaftsfotos, seine Arbeit als Fotograf in Hamburg bzw. als Hochzeitsfotograf in Hamburg bzw. Kiel und was ihn sonst noch so bewegt.

Urban Exploration – UrbEx – Faszination Verfall

Gastbeitrag von Tom:

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Urban Exploration – UrbEx

Schon als ich vor nunmehr 5 Jahren meine ersten fotografischen Schritte mit einer Kodak Bridgecam machte, ging für mich von verlassenen Industrieanlagen und verfallenen Gebäuden eine seltsame Magie aus. Darum verbrachte ich einen Teil meiner Freizeit damit, zwischen Trümmern, verstaubten Möbeln aus Großmutters Zeiten und von Graffiti verschmierten Wänden nach Motiven zu suchen. Nicht ohne Stolz, muss ich zugeben, denn obwohl es sich bei diesen Bildern mehr oder weniger nur um Schnappschüsse handelte, war ich mir sicher, der Erfinder eines neuen Genres zu sein…

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Einige Jahre später, ich war inzwischen auf DSLR umgestiegen, stieß ich auf das Portfolio von Rob Dobi, einem Fotografen aus Connecticut (USA). Seine fotografischen Werke beschäftigen sich ausschließlich mit verlassenen Gebäuden in New-England und mir wurde klar, dass meine Tätigkeit gar nicht so einzigartig war. Nach einiger Recherche stieß ich auf den Begriff UrbEx – Urban Exploration. Auf Deutsch in etwa “Urbanes Entdecken”.

Das was UrbEx ist, umreißt Rob Dobi in seinem Flickr-Profil recht gut:

“[...] Whether it be industrial or institutional, each doorway within is another opening to the past, behind each one a unique story is told, each stairwell leads to another chapter. [...]“

Man setzt sich also gewissermaßen mit der Geschichte eines Hauses auf fotografische Art und Weise auseinander. Man durchstreift die toten Mauern und versucht die Eindrücke auf den Sensor zu bannen. Man ist ein stiller Beobachter von dem, was der Mensch errichtet hat und sich die Natur Stück für Stück wieder zurück zu holen versucht.

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Nach diesen allzu philosophischen Eskapaden sollte ich nun wohl ein wenig aufs Technische zurückkommen. Wie in so vielen Bereichen der Fotografie ist es wichtig, wenn nicht noch viel wichtiger als in einem anderen Genre, seine Touren ausgiebig zu planen. Dabei sollte neben den üblichen Aspekten wie Wetter und Lichtsituation ganz besonders folgendes im Auge behalten werden:

  • Rein rechtlich gesehen ist UrbEx Haus-/Landfriedensbruch!! Deshalb sollte man wenn möglich/nötig die entsprechende Erlaubnis einholen oder ansonsten die nötigen „Vorsichtsmaßnahmen“ treffen.
  • Man sollte niemals alleine unterwegs sein und sich immer vergewissern wo man hintritt, denn alte Gebäude bergen oft hohe Einsturzgefahr.

In Sachen Ausrüstung empfehle ich ein flexibles, leichtes Stativ, Objektive mit Brennweiten im Bereich von 18mm bis 50mm, eventuell Blitzausrüstung und einen der üblichen 5-in-1 Reflektoren, um ab und zu dem Sonnenlicht etwas „nachzuhelfen“. Außerdem sollte man sich Gedanken darüber machen, ob sich am Ort der Begierde über die Jahre schädliche Materialien angesammelt haben könnten und deshalb die Mitnahme von Atemschutz oder anderer Schutzbekleidung in Betracht ziehen.

Wenn man diese paar Tipps beachtet und immer auf die eigene Sicherheit achtet, ist Urban Exploration eine spannende Entdeckungsreise durch die baulichen Denkmäler vergangener Epochen. Man muss nur die Augen offen halten, denn so manche „Perle“ versteckt sich an Orten an denen man sie sonst gar nicht vermuten würde. Als inspirativen Vorgeschmack kann ich dabei nur das Portfolio von Rob Dobi auf www.newenglandruins.com empfehlen.

Tom findest Du im Netz unter: www.lichtfragmente.com

Habt Ihr auch schon einmal so eine Exkursion gemacht? Wie ist es Euch dabei ergangen?

Anmerkung von Olaf Bathke: Bitte, bitte liebe Leserinnen und Leser, nehmt die Ratschläge von Tom ernst. Begeht keinen Haus-, Land- oder sonstwie einen Bruch. Die Sache soll nicht dadurch ihren Reiz erhalten, dass man Gesetze bricht oder sich selbst in Gefahr bringt, sondern das Explorieren der Vergangenheit eines Gebäudes steht im Fokus dieses fotografischen Abenteuers.
PS: Frank machte unten im Kommentar auf einen interessanten Link aufmerksam. Damit der nicht überlesen wird:

Das Traumland der Urbexer schlechthin ist Belgien, die Anzahl der verlassenen Industrieanlagen, Chateaus und Bergwerke ist enorm.
Wir handeln dabei stets nach der Maxime: “Take nothing but pictures, leave nothing but footprints”

Wer Lust auf mehr darf gerne mal bei uns reinschauen: http://www.urban-aix.de/

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8 Kommentare zu „Urban Exploration – UrbEx – Faszination Verfall“

  1. Norbert sagt:

    Seht schöne Fotos. Besonders gut gefällt mir das ungewöhnliche Format mit den runden Ecken

  2. Olaf Bathke sagt:

    @Norbert: War das mit den Ecken ernst gemeint? Die sind ja nun das Unwesentlichste an den Fotos…

  3. Norbert sagt:

    @Olaf ich finde nicht, dass die Präsentation unwesentlich ist. Ein Foto ist ein Gesamtkonzept. Dazu gehört auch die Form und Beschaffung und das Medium.

  4. Frank sagt:

    Ich unternehme regelmäßig mit meinen Freunden von urban-aix solche Exkursionen.
    Wer einmal davon gefangen wurde, läßt nicht mehr los, es ist faszinierend alte Industrieanlagen oder herrschaftliche Häuser zu besuchen, deren Glanzzeit lange vorüber ist.
    Vieles kann man bei den Streifzügen durch die Location nur noch erahnen, aber manchmal meint man die Bewohner sind gerade mal eben aus dem Haus gegangen.
    Das Traumland der Urbexer schlechthin ist Belgien, die Anzahl der verlassenen Industrieanlagen, Chateaus und Bergwerke ist enorm.
    Wir handeln dabei stets nach der Maxime: “Take nothing but pictures, leave nothing but footprints”

    Wer Lust auf mehr darf gerne mal bei uns reinschauen: http://www.urban-aix.de/

    Frank

  5. jesse sagt:

    ::: Urban Exploration – UrbEx – Faszination Verfall http://bit.ly/4zSAhr #photo #photography

  6. RT @media_digest: ::: Urban Exploration – UrbEx – Faszination Verfall http://bit.ly/4zSAhr #photo #photography

  7. Sehr schöner Bericht. UrbEx wird auch bei mir gerade zur Leidenschaft.

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, das die Anwesenheit einer weiblichen Person, die auch fotografiert, das Risiko “Stichwort: Hausfriedensbruch” elementar reduziert. Meine bessere Häfte hat jetzt schon zwei Mal latent aggressives Misstrauen innerhalb von einer Minute zu begeistertem Interesse verwandeln können. Die eine Person hat uns dann direkt Ihre Kontaktdaten gegeben, damit wir nochmal wiederkommen können, wenn die Lichtsituation mehr hergibt ;)

    @Frank:
    Sehr interessante Website & schöne Fotos

  8. Olaf Bathke sagt:

    @ Universalismus Dann mal noch weiterhin viel Spass in den Ruinen der Neuzeit…

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