HDR Fotografie Teil 3: Exkurs – Tonwerte und Histogramm

Tonwerte visualisiert man als Fotograf am Besten mit der Hilfe eines Histogrammes, z.B. in einem Bildbearbeitungsprogramm.

Ein digitales Foto besteht grundsätzlich aus einer hohen Anzahl von Bildpunkten, die eine bestimmte Helligkeit und eine bestimmte Farbe haben. In einem Diagramm werden von links nach rechts die Häufigkeitsverteilung dieser hellen bzw. dunklen Bildpunkte in bestimmten Grenzen dargestellt. Dieses Diagramm ist das sog. Histogramm.

Historgramm: Veranschaulichung

Links wird in dem Histogramm die Menge der dunklen Bildpunkte dargestellt. Rechts wird die Menge der hellen Bildpunkte dargestellt. (Die kleine Grafik unten rechts stellt jeweils ein Histogramm dar)

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Hier sieht man die Summe aller Farben in einem ausgewogenen Histogramm.

In so einem Histogramm gibt es die Möglichkeit, mittels einer Kurve sowohl die Summe aller Farben (schwarze Kurve oben) sondern auch der einzelnen Farbwerte (bunte Kurve unten) zu visualisieren.

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Einzelne Farbwerte als Histogramm in dem selben Foto.

Das Foto eben liefert ein Beispiel für ein ausgewogenes Histogramm. So ein ausgewogenes Histogramm hat eher in der Mitte einen buckeligen Kurvenvelauf und an den Rändern laufen die Bildinformationen aus.

Unausgewogene Histogramme sind von buckeligen Verläufen im Randbereich gekennzeichnet:

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Dunkles Foto: Viele Informationen im linken Histogrammbereich

Ist ein Bild sehr dunkel, bzw. weist überproportional viele dunkle Bildbereiche auf, bläht sich der linke Histogrammbereich auf. Ist also eine Belichtung auf den hellen Bildbereich ausgelegt, hat man schnell Verluste der Bildinformationen im dunklen Bereich des Fotos. Das Foto wirkt dunkler.

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Helles Foto: Viele Informationen im rechten Histogrammbereich

Ist ein Bild sehr hell bzw. weist überproportional viele helle Bildbereiche auf, so bläht sich der rechte Histogrammbereich auf. Ist also eine Belichtung eher auf den dunklen Bildbereich ausgelegt, so hat man schnell Verluste der Bilddaten im hellen Bereich. Das Foto wirkt heller.

In der Form eines Histogrammes lässt sich also visualisieren, welche Bildinformationen auf einem Foto tatsächlich zu sehen sind. Es gibt also keine Bildinformationen jehnseits dieser Histogramm- Grenzen, die man auf einem fertigen Foto noch sehen könnte.

Eine Kamera arbeitet nicht wie ein Mensch im Zusammenspiel von Wahrnehmung, Kognition und Psyche. Die digitale Kamera kann nur ein begrenztes Spektrum des Lichtes erfassen und anschließend in einer Bilddatei definieren. Physikalische Grenzen und technische Möglichkeiten geben hier “Wahrnehmungsgrenzen” vor.

Dabei ist es interessant zu wissen, dass ein analoger Film ein breiteres Licht- und Farbspektrum erfassen kann, als eine gewöhnliche digitale Kamera.

Der Mensch ist dazu gemacht, Grenzen zu überwinden! Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit der menschenlichen Wahrnehmung.

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