Olaf Bathke, Fotograf aus Kiel, ist spezialisiert auf die Bereiche Landschafts- und Portraitfotografie. In diesem Blog berichtet er über die Fotografie, die Entstehung von Landschaftsfotos, seine Arbeit als Fotograf in Hamburg bzw. als Hochzeitsfotograf in Hamburg bzw. Kiel und was ihn sonst noch so bewegt.

7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community

ausstieg

Oder: Warum eine Foto- Community der persönlichen fotografischen Weiterentwicklung nicht dienlich ist.

In den letzten Wochen habe ich nach langer Abstinenz mal wieder einen Streifzug durch Foto- Gemeinschaften gemacht. Mit Foto- Gemeinschaften – oder neudeutsch Communities – meine ich Online Plattformen in denen Fotografen ihre Fotos hochladen und darüber mit anderen diskutieren können. Derer gibt es viele, teilweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten oder Strukturen.
Allen ist gemein, dass sich in Ihnen eine so genannte “Community” herausbildet. Bei meinen aktuellen Besuchen konnte ich die alten und verkrusteten Strukturen dieser Communities wiedererkennen, die auch schon vor einigen Jahren wirkten.

Und nun breche ich mal ein Tabu!

Allen werbewirksamen Versprechen zum Trotze:

Diese Strukturen und Gemeinschaften sind einer persönlichen fotografischen Weiterentwicklung nicht dienlich!

Jeder, der sich in solchen Communities aufhält, weiß, was mit dem Begriff der Community gemeint ist. Allerdings macht sich nicht jeder hinreichend über die Wirkungsweise solcher Gemeinschaften Gedanken.

Wer in der persönlichen fotografischen Entwicklung weiterkommen will, der sollte hier zunächst weiterlesen:

Ein bisschen Soziologie

Foto- Gemeinschaften erfüllen einen Großteil aller Voraussetzung von “Totalen Institutionen”, wie sie der Soziologe Erving Goffman betitelte, oder weiter gefasst von geschlossenen, sozialen Systemen. Ohne jetzt in allen Einzelheiten auf die Begriffsklärung eingehen zu wollen, sei nur kurz erklärt: Geschlossene Systeme sind bestrebt möglichst wenig Beziehungen zu ihrer Umwelt zu haben und führen eine Kommunikation nur intern durch. Oder noch einfacher ausgedrückt: Die User suhlen sich nur im eigenen Mist.

Was ist gesund

Nicht nur die Soziologie, auch die Psychologie und sogar die Naturwissenschaften gehen davon aus, dass ein System dann lebendig und gesund ist, wenn es hinreichend Kontakte und Beziehungen in die Außenwelt hat. Fehlen diese Kontakte bzw. Beziehungen, so erkrankt und verkümmert das System. Genau diese gesunden Kontakte und Beziehungen sind in Foto- Communities schmerzlich zu vermissen.
Die eingeschränkte Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft bringt etliche Probleme mit sich, die sich jeder ernsthaft fotografierende Mensch zum Wohle seiner eigenen persönlichen fotografischen Weiterentwicklung bewusst machen sollte.

7 Gründe, warum man aus so einer Foto- Community aussteigen sollte:

  1. Es wird zu viel Zeit mit dem Chatten und dem Tippen von Texten verschwendet: Ich möchte hier mal die These aufstellen, dass ein Großteil aller User bzw. Nutzer dieser Online- Angebote mind. 10 mal so viel Zeit mit der Produktion von überflüssigen Inhalten verbringen, als mit dem Prozess des Fotografierens an sich. Wertvolle Zeit, die einem bei der Weiterentwicklung seiner Fotografie fehlt.
  2. Anmerkungen, Kommentare und Diskussionen sind nicht ehrlich: Wer lobt der hat in solchen Gemeinschaften “Freunde” oder Neudeutsch “Buddys”. Wer ehrlich ist, wird von der Gemeinschaft angegriffen und von den befreundeten Buddys verteidigt. Interessanterweise hat sich in diesen Gemeinschaften auch schon das Gegenmodel des notorischen Kritikers herausgebildet. Auch hier spreche ich dem Kritiker die Ehrlichkeit ab. Nur wer auffällt, der hat bei der Jagd nach den meisten Klicks u.U. die Nase vorn und ist in sochen Foto- Communities überhaupt existent.
  3. Der Weg nach Außen wird erschwert: Die Ablösung aus so einem geschlossenen System fällt schwer. Heute erfolgreiche Fotografen, berichteten mir immer wieder von ihren Ausbruchsversuchen aus solchen Foto- Communities. Es sind definitiv Suchtstrukturen, die einem ein “Leben ohne” nur schwer ermöglichen.
  4. Die persönliche fotografische Weiterentwicklung wird beeinflusst durch die Moden des Systems: User in einem geschlossenen System bleiben in dem kreativen Sumpf der Gemeinschaft hängen und entwickeln sich persönlich nicht weiter. Vergleicht man mal das englischsprachige, photo.net mit der deutsche fotocommunity.de oder gar mit dem polnisch wurzelnden altphotos.com so kann man relativ leicht Moden und bevorzugte Richtungen erkennen. Statt der eigenen Stimme zu lauschen, preschen Herrscharen den Moden hinterher.
  5. Ideen und Bilderklau: Die Abgrenzung von Inspiration und Kopie ist in solchen geschlossenen Systemen bedenklich schmal. Präsentiert man mal etwas Eigenes was gefällt, so wird es sofort kopiert oder geklaut. Persönliche Werte zerrinnen unter dem Diktat der Plagiatoren. Auch unter diesem Gesichtspunkt möchte ich mal die Theorie aufstellen, dass zuviel Zeit mit dem kopieren verbracht wird, als mit der Produktion von eigenen Inhalten. Es entstehen sogar eigene Termini wie: Tröpfchenbilder, Steinbilder, etc… Ein Foto wird von dem nächsten kopiert.
  6. Die Technikverbohrtheit der Gemeinschaften: Ein Großteil aller Kommunikation dreht sich um die Technik und nicht um Weiterentwicklung, Stil, Ausdruck oder Ähnliches. Es wird suggeriert, dass man nur durch die Betätigung der richtigen Regler in einem Bildbearbeitungsprogramm ein tolles Foto machen kann. Diese persönliche Nachricht an mich, soll das mal untermauern: “Bin auf deinen Beitrag ‚Irland Tagebuch 2006 startet‘ gestoßen. Die paar Bilder im Beitrag…..die hast du doch noch ein wenig nach bearbeitet, oder??….die Wolkenzüge und die Farben sind einfach zu gut….. Was genau hast du noch nachgebessert??” Es ist nicht der Farbregler in Photoshop, der eine Aussage in einem Foto manifestiert, es ist nicht das längste Objektiv, was gute Fotos macht, es ist die Vision des Fotografierenden, die Wunder vollbringt und Einmaliges schafft!
  7. Die Jagd nach dem besten Foto einer Gemeinschaft kostet Zeit und ist einer persönlichen Weiterentwicklung nicht dienlich: Die Jagd und Auszeichnung ist nie ehrlich und steht im Einfluss von sicherlich auch gewollten Manipulationsmöglichkeiten der Abstimmung. Im Verhältnis zu echten Wettbewerben haben diese Wettbewerbe keine Reputation. Letztendlich ist das alles wieder nur Zeit, die man lieber draußen an der frischen Luft verbringen sollte, um Bilder zu machen.

Ich kann all diejenigen, die sich mit einer Befreiung aus solchen geschlossenen Systemen beschäftigen, nur bekräftigen.

Ein Ausstieg lohnt sich!

Es gibt viel zu tun und zu lernen in einem offenen System. Nicht nur im WWW gibt es viele Möglichkeiten einer offenen Vernetzung von Kunst und Inhalten, nehmt daran teil und laßt euch nicht in irgendeine Fom pressen.

Hier nur einige kurze Anregungen:

  • Holt euch gezielt Anregungen und Inspiration in Fotobüchern, von Künstlern, die euch beeindrucken.
  • Stellt eure Fotos in Stockfotoagenturen aus und freut euch über die Verkaufszahlen eurer Bestseller. Es gibt keine bessere Auszeichnung als den Verkauf oder eine Veröffentlichung.
  • Pflegt offene Kontakte zu anderen Fotografen. Dazu eignet sich hervorragend die eigene Homepage. Die Amerikaner machen es uns vor: Es wird gebloggt was das Zeug hält und darüber offen vernetzt. So eine Vernetzung ist viel sinnvoller und ehrlicher, als die Einschmeichelung durch Anmerkungen. Ich persönlich würde solche Vernetzungsangebote sehr begrüßen.
  • Inhalte würde ich primär in reinen Textforen diskutieren. Dort scheint mir der Coummunitydruck noch nicht so groß zu sein.

Entwickelt euch persönlich weiter indem ihr den Foto Communities dieser Welt den Rücken zukehrt!

Oder diskutiert diesen Artikel in einem geschlossenen System eures Vertrauens. :-)

Und wer jetzt noch ein bisschen geduldig ist, kann hier demnächst folgenden Artikel lesen:

5 Gründe, warum man an einer Foto- Community teilhaben sollte

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82 Kommentare zu „7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community“

  1. [...] den Artikel „7 Gründe zum Ausstieg aus einer Fotocommunitie“ in einem Fotoforum und [...]

  2. Christine sagt:

    Hey

    Dein Artikel ist unglaublich gut.
    Ich bin nämlich ein ehrliches Model, das aber Ahnung von dem Stil und der Fotografiekunst hat, die ich als gut erachte.
    Jetzt habe ich mich aus Spaß wieder mal angemeldet bei so einer Community, einfach um mal zu sehen was passiert, modeln macht mir Spaß und ist für mich kreativer Austausch.
    Und… ich habe es gewagt auf einem TfP Shooting das Styling der angeblich professionellen Stylistin zu kritisieren(ich fand meine Haare stümperhaft gestylt) und in meinem Erklärungstest ehrlich zu schreiben, das ich lieber pay als TfP Shootings machen würde und auch lieber Richtung Stil Vogue gehe als mich nackt auszuziehen.
    Tja…. ein sehr gut verdienender Herr schrieb mich an und warf mir unter Aufzählung wie viel er denn so verdiene vor ich wäre arrogant etc etc.
    Als ob ich seine Fotografietechnik beleidigt hätte.

    Dieser Technik *piep* Vergleich und die ganzen Leute die nur nacktes Fleisch vor die Linse bekommen wollen aber nicht auf Stil und Körperhaltung ihrer Models achten so ein Schmarrn.

    Also zum Spaß ist das gut, aber hauptberuflich kann man da nichts reißen.
    Tut mir leid liebe Fotografen das ich mich als Model auch damit beschäftige was gut ist, aber für mich sind Fotografen lebende Wesen und keine Götter die man verehren muss.
    So lange man nicht für eine bestimmte Sache gebucht wird kann man selbst als Model sagen was man schön findet und was nicht und bin kein Stück Fleisch das man verschandelt ablichtet, schließlich… schließlich muss man damit leben hinterher für so ein Foto beurteilt zu werden.

    Ich versteh s nicht.

  3. muclomo sagt:

    Alle sieben Gründe würde ich unterschreiben und ich könnte noch mindestens weitere sieben druntersetzen.
    Aber ich fände es besser wenn du schreiben würdest “warum ICH die FC verlassen habe” statt “warum MAN die …” – ich glaube dass FC und Co. einigen Menschen die fotografieren (ich schreibe absichtlich nicht “Photographen”) durchaus was bringen kann – genauso wie manche sog. “Fotozeitschriften” oder z.B. die Computerbild.
    Und als nächstes werde ich mir mal sieben Punkte überlegen “Warum ich keine FotoBlogs mehr lese” …

  4. Olaf Bathke sagt:

    @muclomo: MAN sollte auf den Artikel gespannt sein. Wäre er gut, hätte er einen Link von meiner Seite sicher. Viel Spass auch weiterhin bei der Lektüre meiner Artikel… :-)))

  5. [...] im Oktober des vergangenen Jahres habe ich die Zeilen von Olaf sehr aufmerksam gelesen – er sprach mir und meiner Sicht auf die Dinge in gewisser [...]

  6. ChrisDeVida sagt:

    Der Artikel bringt es ziemlich auf den Punkt. Vertrauen in die eigenen Kräfte und die Vernetzung bringen einen natürlich weiter als die angesagteste Community allein.

    Hier gilt aber auch, wie auch im allgemeinen, pauschal kann MAN das eben trotzdem nicht sagen.

    Solange ich meinen offenen Austausch aufrecht erhalten kann, erscheint mir eine Platform manchmal ganz hilfreich… Photographie ist eben nicht zwangsläufig etwas, was einer allein macht… das sind dann teilweise schon Produktionen in die sich der/die Kameraman/frau dann einfach einreiht, neben anderen “Gewerken”.

    Und da hilft, wie ich finde, eben eine Platform ganz ungeheuer, um die Gewerke eben zusammenzubringen.

    Cheers!
    http://twitter.com/ChrisDeVida

  7. Muriel sagt:

    sehr gut gesprochen!
    Dennoch denke ich, dass man den Communities nicht gleich ganz den Rücken kehren muss. Man darf nur nicht vergessen über den Tellerrand zu gucken und sollte versuchen, sich aus allen Richtungen “befruchten” zu lassen. Das ist wie beim Essen: immer nur Kartoffeln ist langweilig. Aber nie mehr Kartoffeln ist auch nicht das Wahre.
    LG, Muriel

  8. FC-Freund sagt:

    Dass in einer Community hinter jedem User auch ein Mensch steckt kommt hier in diesen Erläuterungen ein wenig zu kurz. Genauso, dass über solche Communities Freundschaften ebtstehen, die zu gemeinsamen Fototreffen führen, wird hier auch nicht dargestellt.
    Mir scheint, der Autor ist ein enttäuschter Community-Nutzer. So nach dem Motto “Alle doof, außer ich”.
    Meine Ansicht dazu, wer gut fotografiert, der hebt sich auch aus der Masse der Community ab, und hat dort auch seinen eignen Platz.

  9. karl loui sagt:

    die communities und die eigenen websites sind immer mehr miteinander vernetzt. ich bin daher der ansicht, dass die meisten hier genannten argumente von olaf bathke für den ausstieg aus einer foto community immer mehr an gewicht verlieren.

  10. karl louis sagt:

    kann den obigen eintrag leider nicht korrigieren, mein name ist “karl louis”.

  11. Ela Ge sagt:

    Du sprichst mir aus dem Herzen, ich hadere mit derlei Gemeinschaft schon seit einiger Zeit.

  12. Josef sagt:

    Hallo Olaf,
    ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür. Ähnliche Gedanken mache ich mir zur Zeit auch, konnte mich aber noch nicht entschließen der fotocommunity lebe wohl zu sagen. Es sind doch eine Menge Kontakte dort entstanden, die mir am Herzen liegen. Allerdings ist die Inspiration früherer Tag längst verschwunden und nur der soziale Aspekt spielt noch eine Rolle. Vielleicht ist es aber Zeit, diese Fesseln abzustreifen und zu neuen Ufern aufzubrechen.
    LG Josef

  13. Olaf Bathke sagt:

    @Josef: Mach Dich frei…

  14. Josef sagt:

    @Olaf
    Ich gehe noch ein bisschen in mich. :-)

  15. Werner Künzel sagt:

    Den Meinungen schließe ich mich an. Einerseits gibt es genug Gründe auszusteigen – wenn es nötig sein sollte.
    Andererseits gibt es genug Gründe gelegentlich oder öfter teilzunehmen – wenn es paßt und Sinn macht.

    Den persönlichen Sinn nicht vergessen. Was ist gerade die Aufgabe? Wo geht es gerade besser weiter in der Entwicklung?

    Und am besten nicht verzetteln und sich binden – sondern frei bleiben und das Beste draus machen.

    Siehe Selbstporträt in Fotocommunitiy:
    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1521781/display/21261603

    Allen Alles Gute, viel Einsicht, Unterscheidungskraft und Entscheidungskraft.

    Werner Künzel

  16. Michael sagt:

    Danke für diesen Artikel!

  17. Alice sagt:

    Kurz und knackig beschrieben wie ich es sehe!!! Ich habe über die FC viele Freundschaften geschlossen, die ich hege und pflege. Und dennoch, 98 Prozent der Diskussionen geht es um Technik und nicht um Inhalte.
    Die Motive beliebig austauschbar und haben NICHTS mit dem zu tun der hinter der Kamera steht. Das sieht man den technisch perfekten Fotos an, sie berühren nicht.
    Für den Anfänger sicher eine gute Wahl in der FC zu beginnen, wer mehr will als stumpfsinnig zu knippsen muss sich davon lösen.
    Alice

  18. Hallole..
    Joo da hast Du voll ins schwarze getroffen!

    Grösstenteils läuft es tatsächlich nach dem Motto:
    “Lobst Du meins, lob ich Deins!” ;)

    Als Neuling bei MK (Abk. ist Insidern sicherlich bekannt!) trat ich gleich zum Anfang voll ins Fettnäpfchen:
    Ein Model schrieb, sie wünsche sich ehrliche und konstruktive Kritik.
    Hab daraufhin zu paar Fotos meinen Senf gegeben, zu einem mich sogar erdreistet, eine alternative Bearbeitung zu zeigen.

    Vom Model kam dazu keine Reaktion,
    dafür aber von zwei der Fotografen, die die von mir kritisierten Fotos gemacht hatten. Kurz gesagt: MOBBING & Staking in Reinkultura!

    Nicht nur die Fotos auf meinem Profil wurden nieder gemacht, auch die Bilder auf den Seiten der Models! Dabei wurde dann auch noch übersehen dass dort garnicht alle Fotos von mir waren..! ggg

    Bei FlickR hatte ich teilweise Interessente weltweite Bekanntschaften, dennoch, wie Du schon schreibst: man vergeudet damit unendlich viel Zeit, die man sinnvoller & kreativer nutzen könnte..

    In nicht fotospezifischen Gemeinschaften hab ich auch schon erfahren können, das die Mädels untereinander verdammt rum zicken und eifersüchteln: “WAS..!? Von der Kuh machst Du Fotos..!?” ggg

    LG aus Stuttgart,

    Helmut

  19. appel sagt:

    hallo olaf,

    dein artikel bringt mich ins grübeln.
    ich bin selbst in mehreren communitys vertreten, aber in letzter zeit habe ich mich immer mehr daraus zurückgezogen, weil es meine zeit einfach nicht mehr hergibt.
    es gibt dort so einige fotografen die mir von anfang an gefolgt sind, die ich einfach nicht mehr missen möchte. ausserdem sind dort kontakte zustande gekommen, die es mir ermöglicht haben mit einigen meiner bilder in eine buchausgabe oder auf ein cd cover zu kommen.

    ich habe keinen plan wie es bei mir weitergeht, fc und co…..ja oder nein…., ich weis es einfach nicht, mal sehen was die zeit so bringt.

    lg appel

  20. Hallo Olaf!

    Absolut richtig und auf den Punkt gebracht.

    Ich finde und beobachte auch, dass es in vielen Communities, egal um welchen Hintergrund, geht es meist nur um das beste, schnellste, teuerste Stück der Ausrüstung und nicht um den tatsächlichen Sinn.

    Ähnlich Sinn entleert sind z.B. die bleiwüstenhafte, zig Seiten langen Testtabellen von Fotoapparaten und Zubehör in den sogenannten Foto-Zeitschriften.

    Natürlich gibt es auch soziale Aspekte in so einem Umfeld, aber helfen die einem wirklich in seinem eigenem Schaffen weiter? Ich denke nicht, oder wenn überhaupt nur in wenigen, unbedeutenden Aspekten.

    Mir fällt dazu immer das “angebliche Bonmot” über, oder besser von Helmut Newton ein.

    Newton war zum Essen in einem Pariser Nobel Restaurant und wurde nach dem Dessert vom Chefkoch um eine Autogramm gebeten. Danach gestand der Koch, dass er leidenschaftlich gerne fotografiert, aber seine Bilder wollen ihm nur sehr selten ansprechend gelingen und fragte deshalb Newton:

    “Herr Newton, Ihre Bilder sind so großartig und so künstlerisch, das hängt doch sicherlich mit Ihrer professionellen und teuren Ausrüstung zusammen, nicht wahr?”

    Darauf soll Newton dem Koch geantwortet haben:

    “Wissen Sie ich koche leidenschaftlich gerne, aber mir gelingt kaum ein Gericht. Ihr Essen hier war wirklich vorzüglich. Ich nehme an, sie haben in Ihrer Küche dazu sehr professionelle und sehr teure Kochtöpfe, nicht wahr?”

    Ewald

  21. Klaus sagt:

    Komme gerade von der nikon-fotografie Community und kann die Gründe gegen diese Art von Gemeinschaft gut nachvollziehen. Einen weiteren Grund hast Du aber vergessen, die Selbstherrlichkeiten der Administratoren, da wird gelöscht, verwarnt und auch mal gedroht.
    Bei nichtgefallen wird man sogar verbannt. Zensuren, die im richtigen Leben niemals geduldet werden würde, sind hier oftmals anzutreffen. Wie schön ist hier das reale Leben, außerhalb der Community.

  22. Olaf Bathke sagt:

    @Klaus: Den Foren habe ich einen Extra Artikel gewidmet: http://www.olafbathke.de/fotograf-kiel-blog/2010/06/11/tatort-internet-foren-kommunikationstypen-auf-die-man-gut-verzichten-kann/ Viel Spass beim Lesen…

  23. Thomas sagt:

    Sehr schön!

    Ich halte mich schon seit Jahren in Foren und Communities auf, veröffentliche oder diskutiere dort aber keine Bilder, ich wusste offenbar schon intuitiv bescheid.
    Über Technik lässt es sich jedoch sehr gut in verschiedenen Foren diskutieren.

    Danke für diesen Text!

  24. buetti sagt:

    fotoforeninkompatibel.
    so beschreibe ich mich mal…

    den beitrag kann ich getrost unterschreiben: wer (s)einen eigenen photgraphischen stil entwickelt, sich absetzt, mit angeblichen regeln bricht oder dieses zumindest versucht, wird von der mehrheit zurück auf den rechten pfad der mittelmäßigkeit gezerrt. im gleichschritt marsch!

    bin zwar selbst auch noch mitglied von fotoforen, stelle meine bilder -wenn überhaupt- nicht zur diskussion, höchstens eine zeitlang zur schau…und regelmäßig nehme ich meine bilder aus dieser schau hinaus- auch wenn ich dafür schon angefeindet wurde. es sind meine bilder, nicht die der “kommune”.

    öhm…ja.
    ;)

  25. buetti sagt:

    nachtrag:
    für das technische drumherum allerdings möchte ich manche foren nicht missen. und es gibt auch ( idr kleinere) foren, deren mitglieder sich redlich um fotoeinsteiger bemühen.

  26. emax sagt:

    Nicht schlecht und gewiss überdenkenswert.

    Einen verwandten Gedanken, nämlich die Frage, inwieweit ein Forum überhaupt als relevante Informationsquelle angesehen werden kann, hatte ich mir vor Längerem auch schon mal gemacht. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen:

    http://hermanns.net/fotografie/forenwelt/frag-das-forum/

  27. Olaf Bathke sagt:

    @emax: Gut beobachtet, ich bin ja aus diesen Foren ausgestiegen, weil mir nicht genug Platz für meine Ausrüstung zur Auflistung in der Signatur geboten wurde… ;-)
    Naja, vielleicht sollte man sagen: Es gibt ganz tolle Foren, die einfach nur klasse sind. Und Support in einem Forum bedeutet natürlich, dass man den Narzissmuss anderere Forenmitglieder bedienen muss…, das ist alle Mal noch besser, als die Inkompetenz von den örtlichen Fachhändlern hier in Kiel zu ertragen.

    Achja, das Dfroum hat mir schon oft weitergeholfen!!! Aber ich weiß, was Du meinst…

  28. Olaf Bathke sagt:

    Achja, wo im Nikon Forum wird gerade auf diesen Artikel verwiesen. Ich lese bei diesen Links immer gerne mal mit… ;-)

  29. tokaid sagt:

    Die Amerikaner machen es uns vor: Es wird gebloggt was das Zeug hält und darüber offen vernetzt. So eine Vernetzung ist viel sinnvoller und ehrlicher, als die Einschmeichelung durch Anmerkungen. Ich persönlich würde solche Vernetzungsangebote sehr begrüßen.

    Aha was die Amis machen ist wieder mal gut,ist nicht alles klasse was die machen.
    Ich weiß nicht viell. wurden die Foren auch im Ami-Land erfunden und das war dann ja dann damals ja auch gut gewesen,falls es so war/ist,warum dann jetzt auf einmal nicht mehr?!
    Du schreibst man läuft in einem Forum irgendeiner Mode hinter her.
    Was ist ein Blog? Keine Modeerscheinung? Nichts neues?
    Wird hier auch nicht Technik usw. ausgetauscht?
    Wird hier nichts neues “angeboten” und man sagt sich das könnte ich auch mal machen?
    Natürlich ist ein Forum ein in auch wie immer geartetes geschlossenes System,aber ist das ein Blog nicht auch?
    Verbringe ich nicht dort auch meine kostbare Zeit mit schreiben und Diskutieren?
    Was ist dort groß anders?
    ich sehe keinen großen Unterschied.
    Ich denke beides ist nicht das Gelbe vom Ei.
    Im Blog wie im Forum hat man “Freunde” die man bevorzugt,ist doch so,oder nicht?
    Sag mir jetzt keiner… nein im Blog habe ich keine “Freunde” mit denen ich oft schreibe…. sowas hat man nur in Foren.
    Ich denke dann lügt man.
    Ich denke und glaube das Foren wie Blogs ihre daseins Berechtigung haben und haben werden.
    In beiden Systemen gibt es Ignoranten,Spinner,Besserwisser usw.

  30. Olaf Bathke sagt:

    @tokaid: Da Du einer der wenigen bist, die sich hier auch mal länger kritisch äußern (die meisten machen das ausgiebig in dem persönlichen Communitie System ihres Vertrauens, in dem auf diesen Artikel verlinkt wurde) und mich ansprechen, will ich dir mal antworten.

    Dieser Artikel ist ca. 5 Jahre alt (!) und wurde vor ca. 1,5 Jahren hier in meinem “neuen” Blog wiederaufgelegt.

    Heute würde ich ihn nicht mehr so schreiben. Textforen sehe ich mittlerweile auch sehr kritisch. Gerade deutsche Fotografie Foren haben sich weiterentwickelt und sind kaum mehr von einer Fotocommunitie zu unterscheiden. Auch Foto Communities haben sich weiterentwickelt. Die haben mittlerweile Textforen, Blogs und Wikis. Diese ganzen Systeme sind kaum noch voneinander zu unterscheiden.

    Das ist ein bisschen wie europäische Großstädte, die ich seit ca. 20 Jahren bereise. Die kann man in ihrem Kern heutzutage auch kaum noch unterscheiden, da sich dort die gleich Infrastruktur einnistet.

    Nun bieten Dir die Verantwortlichen dieser Systeme nicht irgendwelche Sachen, weil sie so nette Menschen sind und daran interessiert sind, dass gerade DU besonders viel lernst und das womöglich auch noch kostenlos. Nein, sie wollen Steuern eintreiben, Mitgliedsbeiträge verdienen, ihre Kinder ernähren…

    Das ist auch nicht verwerflich, sondern verständlich.

    Monetarisieren lassen sich solche Systeme am besten, wenn Sie sich nach Außen hin abschotten und dem Kunden wenig Möglichkeiten schaffen, abzuwandern. Inhalte von Außen werden so reingeholt, dass sie im eigenen System neue Inhalte generieren. Das kann man auch wunderbar bei Facebook beobachten.

    Die wenigsten sind nicht so mutig wie du es bist und schreiben kaum Negatives außerhalb ihres vertrauten Systems. Klar weht hier draußen ein rauer Wind und es gibt keine vertrauten Buddys, die einem ihre Unterstützung anbieten könnten. :-)

    Ich finde es immer wieder erheiternd, wenn dieser Artikel mal wieder in einem Forum heiß diskutiert wird und dort austauschbare Kommunikationstypen ihren Senf abgeben.

    Da ist der, der mal ordentlich auf die Pauke haut.
    Der Schlichter
    Der studierte Professor
    Das Jungmember, dass in so einem Thread Buddys sucht
    Hin und wieder ist da ein Fan von Olaf Bathke (den kenne ich)

    usw….

    Ein Blog ist auch ein System, da hast Du schon recht, aber ein System, dass ich persönlich so gestalte, wie ich es möchte. Hier schreibe ich den Kram, der mir in den Sinn kommt und diese Buddy Typen bleiben eher fern und diskutieren darüber in dem Fotocommunitie System ihrer Wahl, weil sie sich da ihrer Buddys sicher sein können.

    Mein Blog hat mir sehr weitergeholfen, mich weiterzuentwickeln. Nicht nur über meinen Blog habe ich eine Menge interessanter Kontakte aufgebaut, die ich niemals hätte in eine Fotocommunitie hätte knüpfen können, weil sich diese Menschen da kaum aufhalten.

    Ich habe bei meinen Stammkommentatoren das Gefühl, dass die richtig viel Ahnung haben und freue mich über jeden Kommentar. (Ausnahmsweise mal ne fette Portion Buddyschleim von mir heute: Ihr seid toll!!!) ;-)

    Mit vielen habe ich auch immer mal wieder Kontakt über Twitter (http://twitter.com/OlafBathke) oder Facebook (http://www.facebook.com/people/Olaf-Bathke ). Schau Dir mal das Twitterverzeichnis deutschsprachiger Fotografen (http://www.olafbathke.de/fotograf-kiel-blog/2008/12/30/twitterverzeichnis-fur-fotografen ) an, wie viele sich da schon eingetragen haben.

    Twitters Erfolg ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, das es wenig Platz für Lobdudelei lässt und eher offene Vernetzung zulässt. Facebook ist für mich eher ein Marketinginstrument geworden, da bin ich nicht sooo aktiv, weil die wieder nur meine Inhalte haben wollen.

    Und ich sage Dir, dass ich hier in der Tat keine Buddys habe, mit denen ich mir hin- und herschreibe in den Kommentaren und trotzdem lesen wir das, was wir so schreiben und zeigen.

    Am liebsten sind mir übrigens immer noch persönliche Kontakte, die ich weniger in solchen Systemen pflege.

    Mein Blognetzwerk, dass ich scanne spiegelt sich in meinem Feereader wieder und das hat sich in den letzen Jahren ca. 1/4 jährlich immer wieder zu 50% ausgetauscht.

    Spannend finde ich, dass immer mehr den Ausstieg wagen und dann in dem Forum, dass sie verlassen, als letzte Nachricht auf diesen Artikel verlinken. Erfreulich finde ich, dass die deutschsprachige Fotoblogwelt wahnsinnig bunt und vielfältig geworden ist, wie sie es vor 5 Jahren noch nicht war. Leute macht weiter so, da gibt es immer wieder neues zu entdecken.

    Natürlich frage ich mich hier in diesem Blog auch immer mal wieder, ob sich die Zeit lohnt. Man sollte dabei berücksichtigen, dass ich hier nicht über mein Hobby schreibe, sondern über meine Arbeit.

    Und NOCH habe ich meinen Blog nicht geschlossen. Aber wer weiß, vielleicht mußt Du über solche Themen bald wieder im Nikon Forum diskutieren oder wo immer Du auch hergekommen bist… :-)

  31. Geli Richter sagt:

    Ein echt guter Artikel, auch wenn er schon älter ist und wenn er auch sicher nicht alle Aspekte und Bereiche von (Foto-) Communitys abdeckt, aber das muss er ja auch nicht. Auf jeden Fall spricht mir die Sache mit den Buddys und Bewertungen sehr aus dem Herzen.

    Ich war 2008 zahlendes Mitglied in so einer Community, habe zeitweise jeden Abend allein 1,5 bis 2,5 Stunden mindestens damit verbracht, die neuen Fotos meiner Buddys (ca. 15 Buddys hatte ich so nach und nach, das ist NICHTS im Vergleich zu anderen, aber wenn jeder von denen ca. 15 – 30 Fotos die Woche hochlädt, kann man ganz schön bewerten!) zu bewerten (anders bekommt man selbst kaum Bewertungen); Fotos von neuen Mitgliedern zu bewerten (die Armen!) und manchmal blieb sogar noch Zeit für das Hochstellen eigener Fotos und das Durchblättern der Community, um einfach mal zu schauen, was noch so an Fotos da ist.

    Nach ein paar Wochen schon habe ich gemerkt, das kann ich zeitlich nicht bringen, das macht so keinen Sinn und keinen Spaß mehr. Gute Fotos (von wem auch immer) bekommen keine Klicks, keine Bemerkungen, weil wenig oder keine Buddys vorhanden, eben weil die Leute unbekannt sind. Schrottfotos oder himmelschreiende Montagen bekommen Klicks ohne Ende und Bewertungen, weil die Buddyliste ewig lang ist usw. Und natürlich weil manche wahrscheinlich doch einen halben Tag Zeit haben, Kommentare zu schreiben. Sozusagen: Lobst du mich, lob ich dich, wie ja hier im Blog schon erwähnt. Ich habe mich bei so manchen scheinbar immer online und schreibenden Membern gefragt, was ARBEITEN die eigentlich, haben die keine Familie, kein weiteres Leben … ?

    Keine Chance, soviel Zeit zu investieren, wenn man selbstständig tätig ist und Familie hat und noch Freunde im realen Leben hat, und und und … UND wenn man noch fotografieren möchte … zumindest für mich endete das Ganze dann nach paar Monaten intensiven Versuchs einer Mitgliedschaft in der Kündigung derselben.

    Es mag für den einen oder anderen durchaus eine gute Plattform sein, das bestreite ich nicht. Wem es Freude macht … Doch zumindest im Bereich des Bilder online stellens und Bewertens war für mich der Sinn der Sache abhanden gekommen. Ich hatte in einem Fotoclub vor Ort in kürzester Zeit mehr Entwicklung erfahren als in den ganzen Monaten in der Community zusammen.

    Reale Menschen machen eben doch einen Unterschied, und eine konstruktive Kritik von einem realen Juroren oder Klubkameraden wirkt doch ganz anders als ein oft geschriebenes und gelesenes “Gut gesehen”. …

  32. Sam sagt:

    …..bin durch Zufall auf diesen Artikel gestossen….

    ….warum nicht sowohl als auch….? Ich bin auch bei einem Forum dabei, bei einem andern auch, stelle aber wenig aus (aus Zeitgründen…)

    Manchmal kriege ich den Eindruck nicht los, dass Leute einen sauberen Abgang verpassen…

    Es ist das alte, klassisch menschliche Verhalten: der andere will mir böse und ich bin der Gute…

    Also, Foren sind nicht schlecht, sie bieten einen Haufen Informationen, aber vielleicht wächst man auch einmal darüber hinaus, weil sich die eigenen Bedürfnisse und Blickwinkel verändern. Das alles ist aber kein Grund, etwas anderes schlecht zu machen….

    Just my two cents…

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