Oder: Warum eine Foto- Community der persönlichen fotografischen Weiterentwicklung nicht dienlich ist.
In den letzten Wochen habe ich nach langer Abstinenz mal wieder einen Streifzug durch Foto- Gemeinschaften gemacht. Mit Foto- Gemeinschaften – oder neudeutsch Communities – meine ich Online Plattformen in denen Fotografen ihre Fotos hochladen und darüber mit anderen diskutieren können. Derer gibt es viele, teilweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten oder Strukturen.
Allen ist gemein, dass sich in Ihnen eine so genannte “Community” herausbildet. Bei meinen aktuellen Besuchen konnte ich die alten und verkrusteten Strukturen dieser Communities wiedererkennen, die auch schon vor einigen Jahren wirkten.
Und nun breche ich mal ein Tabu!
Allen werbewirksamen Versprechen zum Trotze:
Diese Strukturen und Gemeinschaften sind einer persönlichen fotografischen Weiterentwicklung nicht dienlich!
Jeder, der sich in solchen Communities aufhält, weiß, was mit dem Begriff der Community gemeint ist. Allerdings macht sich nicht jeder hinreichend über die Wirkungsweise solcher Gemeinschaften Gedanken.
Wer in der persönlichen fotografischen Entwicklung weiterkommen will, der sollte hier zunächst weiterlesen:
Ein bisschen Soziologie
Foto- Gemeinschaften erfüllen einen Großteil aller Voraussetzung von “Totalen Institutionen”, wie sie der Soziologe Erving Goffman betitelte, oder weiter gefasst von geschlossenen, sozialen Systemen. Ohne jetzt in allen Einzelheiten auf die Begriffsklärung eingehen zu wollen, sei nur kurz erklärt: Geschlossene Systeme sind bestrebt möglichst wenig Beziehungen zu ihrer Umwelt zu haben und führen eine Kommunikation nur intern durch. Oder noch einfacher ausgedrückt: Die User suhlen sich nur im eigenen Mist.
Was ist gesund
Nicht nur die Soziologie, auch die Psychologie und sogar die Naturwissenschaften gehen davon aus, dass ein System dann lebendig und gesund ist, wenn es hinreichend Kontakte und Beziehungen in die Außenwelt hat. Fehlen diese Kontakte bzw. Beziehungen, so erkrankt und verkümmert das System. Genau diese gesunden Kontakte und Beziehungen sind in Foto- Communities schmerzlich zu vermissen.
Die eingeschränkte Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft bringt etliche Probleme mit sich, die sich jeder ernsthaft fotografierende Mensch zum Wohle seiner eigenen persönlichen fotografischen Weiterentwicklung bewusst machen sollte.
7 Gründe, warum man aus so einer Foto- Community aussteigen sollte:
- Es wird zu viel Zeit mit dem Chatten und dem Tippen von Texten verschwendet: Ich möchte hier mal die These aufstellen, dass ein Großteil aller User bzw. Nutzer dieser Online- Angebote mind. 10 mal so viel Zeit mit der Produktion von überflüssigen Inhalten verbringen, als mit dem Prozess des Fotografierens an sich. Wertvolle Zeit, die einem bei der Weiterentwicklung seiner Fotografie fehlt.
- Anmerkungen, Kommentare und Diskussionen sind nicht ehrlich: Wer lobt der hat in solchen Gemeinschaften “Freunde” oder Neudeutsch “Buddys”. Wer ehrlich ist, wird von der Gemeinschaft angegriffen und von den befreundeten Buddys verteidigt. Interessanterweise hat sich in diesen Gemeinschaften auch schon das Gegenmodel des notorischen Kritikers herausgebildet. Auch hier spreche ich dem Kritiker die Ehrlichkeit ab. Nur wer auffällt, der hat bei der Jagd nach den meisten Klicks u.U. die Nase vorn und ist in sochen Foto- Communities überhaupt existent.
- Der Weg nach Außen wird erschwert: Die Ablösung aus so einem geschlossenen System fällt schwer. Heute erfolgreiche Fotografen, berichteten mir immer wieder von ihren Ausbruchsversuchen aus solchen Foto- Communities. Es sind definitiv Suchtstrukturen, die einem ein “Leben ohne” nur schwer ermöglichen.
- Die persönliche fotografische Weiterentwicklung wird beeinflusst durch die Moden des Systems: User in einem geschlossenen System bleiben in dem kreativen Sumpf der Gemeinschaft hängen und entwickeln sich persönlich nicht weiter. Vergleicht man mal das englischsprachige, photo.net mit der deutsche fotocommunity.de oder gar mit dem polnisch wurzelnden altphotos.com so kann man relativ leicht Moden und bevorzugte Richtungen erkennen. Statt der eigenen Stimme zu lauschen, preschen Herrscharen den Moden hinterher.
- Ideen und Bilderklau: Die Abgrenzung von Inspiration und Kopie ist in solchen geschlossenen Systemen bedenklich schmal. Präsentiert man mal etwas Eigenes was gefällt, so wird es sofort kopiert oder geklaut. Persönliche Werte zerrinnen unter dem Diktat der Plagiatoren. Auch unter diesem Gesichtspunkt möchte ich mal die Theorie aufstellen, dass zuviel Zeit mit dem kopieren verbracht wird, als mit der Produktion von eigenen Inhalten. Es entstehen sogar eigene Termini wie: Tröpfchenbilder, Steinbilder, etc… Ein Foto wird von dem nächsten kopiert.
- Die Technikverbohrtheit der Gemeinschaften: Ein Großteil aller Kommunikation dreht sich um die Technik und nicht um Weiterentwicklung, Stil, Ausdruck oder Ähnliches. Es wird suggeriert, dass man nur durch die Betätigung der richtigen Regler in einem Bildbearbeitungsprogramm ein tolles Foto machen kann. Diese persönliche Nachricht an mich, soll das mal untermauern: “Bin auf deinen Beitrag ‚Irland Tagebuch 2006 startet‘ gestoßen. Die paar Bilder im Beitrag…..die hast du doch noch ein wenig nach bearbeitet, oder??….die Wolkenzüge und die Farben sind einfach zu gut….. Was genau hast du noch nachgebessert??” Es ist nicht der Farbregler in Photoshop, der eine Aussage in einem Foto manifestiert, es ist nicht das längste Objektiv, was gute Fotos macht, es ist die Vision des Fotografierenden, die Wunder vollbringt und Einmaliges schafft!
- Die Jagd nach dem besten Foto einer Gemeinschaft kostet Zeit und ist einer persönlichen Weiterentwicklung nicht dienlich: Die Jagd und Auszeichnung ist nie ehrlich und steht im Einfluss von sicherlich auch gewollten Manipulationsmöglichkeiten der Abstimmung. Im Verhältnis zu echten Wettbewerben haben diese Wettbewerbe keine Reputation. Letztendlich ist das alles wieder nur Zeit, die man lieber draußen an der frischen Luft verbringen sollte, um Bilder zu machen.
Ich kann all diejenigen, die sich mit einer Befreiung aus solchen geschlossenen Systemen beschäftigen, nur bekräftigen.
Ein Ausstieg lohnt sich!
Es gibt viel zu tun und zu lernen in einem offenen System. Nicht nur im WWW gibt es viele Möglichkeiten einer offenen Vernetzung von Kunst und Inhalten, nehmt daran teil und laßt euch nicht in irgendeine Fom pressen.
Hier nur einige kurze Anregungen:
- Holt euch gezielt Anregungen und Inspiration in Fotobüchern, von Künstlern, die euch beeindrucken.
- Stellt eure Fotos in Stockfotoagenturen aus und freut euch über die Verkaufszahlen eurer Bestseller. Es gibt keine bessere Auszeichnung als den Verkauf oder eine Veröffentlichung.
- Pflegt offene Kontakte zu anderen Fotografen. Dazu eignet sich hervorragend die eigene Homepage. Die Amerikaner machen es uns vor: Es wird gebloggt was das Zeug hält und darüber offen vernetzt. So eine Vernetzung ist viel sinnvoller und ehrlicher, als die Einschmeichelung durch Anmerkungen. Ich persönlich würde solche Vernetzungsangebote sehr begrüßen.
- Inhalte würde ich primär in reinen Textforen diskutieren. Dort scheint mir der Coummunitydruck noch nicht so groß zu sein.
Entwickelt euch persönlich weiter indem ihr den Foto Communities dieser Welt den Rücken zukehrt!
Oder diskutiert diesen Artikel in einem geschlossenen System eures Vertrauens. :-)
Und wer jetzt noch ein bisschen geduldig ist, kann hier demnächst folgenden Artikel lesen:
5 Gründe, warum man an einer Foto- Community teilhaben sollte
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Schlagworte: fotocommunity, Fotograf, Fotografie

Olaf Bathke, 

Der Artikel trifft das Forenunwesen auf den Punkt genau. Ich habe in den letzten acht Jahren in drei amerikanischen und sechs deutscne Goren gelesen und geschrieben und würde vor allem den Suchtcharakter hervorheben, den diese Tätigkeit mit der Zeit erhält.Der Zeitverbrauch ist enorm, vor allem dann, wenn man sich in die Diskussionen in den Foren verwickeln lässt, in denen man lernt, seine Mitmenschen zu fürchten.
Ganz grundsätzlich sind diese Foren Mehrheitsgesellschaften, dementsprechend fallen die Bilder aus und dementsprechend ist das Niveau der Diskussionen: Viel Dummes Geschwätz und miserable Bildchen. Positive Erscheinungen gibt es nur ganz wenige unter den Mitgliedern. Lernen kann man in diesen Foren absolut nichts, kreative Impulse sind sehr selten und weder das Geld noch die Zeit wert.
Alles, was ich gelernt habe, und was mich in irgendeiner Weise positiv beeinflusst hat, kam nicht aus irgendeiner FC.
Ich habe meine Bilder heute bei Flickr, man beschränkt seine Kontakte dort auf die Leute, die einen wirklich interessieren und die, sorry, saublöden Dauerdiskussionen um’s gute Bild werden dort auch nicht geführt. Auch die hirnverbrannte Idee der “konstruktiven Bildkritik” existiert dort nicht. Man zeigt seine Bilder, und wem sie gefallen, der sagt es. Und so verfährt man selbst auch. Nach einiger Zeit lernt man seinen Kontaktkreis konsequent kleiner und kleiner zu fokussieren, auf die Leute, die einen unbedingt interessieren. Mehr als 30 Minuten brauch ich heute für das ganze Thema Bilderplattform nicht mehr.
Cheers!
[...] [...]
Ja da habe ich einen Volltreffer gelandet, weil ich durch Zufall auf diese Seite gestoßen bin.
Ich mache Fotos seit ca.30 Jahren mit eigenem Labor, 15 Jahre nur SW Fotos ,dann Dias und das mit Erfolg. 47 Auszeichnungen Weltweit haben mich sehr glücklich gemacht. Heute mache ich nur noch Digital und habe dann auch einigen Fotocummunitys erleben dürfen.
OK da geht es zu 99 % nicht um das Foto sondern wer hat es gemacht.
Bist du 2-3 Wochen nicht am Ball bist du nicht mehr gefragt und wehe du schreibst zu einem Foto deine echte Meinung…zB …nein 45 Fotos von Omas Goldener Hochzeit braucht doch hier kein Mensch. na dann hagelt es sehr böse kommentare für die eigenen Fotos. Eigentlich ist so ein austausch von Meinungen dafür da auch mal schlechte Kritik zu ertragen.
Nein da sind die ” ich sage mal Frührentner” die dein Foto fast schneller bewerten wie du es hochgeladen hast und sitzen den ganzen Tag vor dem PC warten auf Fotos um Ihr dummes gesülze loszuwerden.
Das Motto bei fast allen Cummunitys ist immer das gleiche…gibst Du mir einen Stern..ein Super oder was auch immer gebe ich Dir auch einen oder sowas in der Art.
Dann ” und es sind die gleichen die Lageweile haben ” stürzen die sich auf “Anfänger” klauen deren Fotos wursteln daran herrum und schreiben denen ” soooo muß Du das machen ”
Viel zu viele haben aus ja was soll ich sagen Angst vor diesen Typen das Handtuch geworfen.
Punkt 1. für mich diese Communitys mal richtig aufmischen und eine suchen wo solche Spinner keinen Fuss an die Erde bekommen.
Viel Glück… und auch jetzt werde ich bis auf eine alle verlassen.
Olaf Bathke hat zu 100% recht, so niederschmetternd das auch sein mag. Aber ich verstehe auch die Anderen, bei denen “ihre” Fotocommunity einen hohen Stellenwert genießt. Letztendlich gibt es viele Fotofreunde (und solche, die sich dafür halten), die – aus welchen Gründen heraus auch immer – doch recht isoliert leben. Für Jene ist sie mehr als nur bloßer Ersatz für’s “wirkliche” (Er)-Leben… Und natürlich – wie könnte es auch anders sein – “lebt” so eine Community vom Austausch. Und dieser auch in jeder Beziehung. Gibst Du mir ein * gebe ich Dir ein * usw. usf. Doch… was soll’s? Niemand MUSS – doch fast Jeder kann… u.a. natürlich auch sein “Gesülze” – Zitat von “Rainer” – hier loswerden… und jede Menge “Schrottbilder” (sorry…) reinstellen, den großen Macker raushängen… usw. Aber wo bitte ist das anders?
Als ich vor 3 Jahren (etwa) damit anfing ahnte ich Ähnliches schon, bin daher nicht enttäuscht und weiß das für mich entspr. zu werten. Ich bin NICHT der Meinung, daß es so ganz nutzlos ist sich in den Communities aufzuhalten. Wer hier “lernen” will – kann es tun. Ganz einfach durchs Sehen. Zwar weiß er dann noch lange nicht wie es (das “gute Bild” beispielsweise) gemacht wurde, aber immerhin daß es möglich ist und solche existieren. Der Rest müßte von seinem Ergeiz beigesteuert werden. Dank dem www hat man viele Möglichkeiten sein theoretisches Wissen aufzupeppen. Letztendlich es soll auch schon User gegeben haben, die sich privat zusammengefunden hatten. Eben aufgrund dieser Gemeinsamkeit in einer Community. Ich finde in den vorhergehen Statements, daß Viele so Manches zu verkniffen sehen. Und wie man vorhergehend lesen kann, auch zu aggressiv – wenn nicht gar destruktiv – angehen. Take it easy!
Ich las da u.a. auch von dem Zeitfaktor, den anscheinend Einige zu hoch empfinden. Nun… auch reale Freundschaften verlangen uns diese ab! Das ist – für mich – kein Argument. Auch nicht, daß es in den Fotocommunitys so zahlreich die Besserwesser gibt, die es nicht lassen können sich hier mit ihrem Wissen (wenn es denn ein solches ist) zu verlustieren. Die finde ich im wirklichen Leben auch.
Eine Community ist kein Ersatz für reale Er-Leben, hat klar ihre Schwachpunkte und sollte daher nicht überbewertet werden! Erst wenn man das tut… beginnt der Ärger. Im Übrigen gilt auch hier: schade um die Energie, die sich bei so manchem fotografierenden Zeitgenossen hauptsächlich in Nörgelei beweist. In vielen Communitys könnte (darf und soll man dann auch) diese Unzufriedenheit sicher sinnvoller einsetzen, resp. umsetzen. Doch das ist dann manchmal eben auch Arbeit… Kritisieren ist um so Vieles einfacher…
MfG: Bernd
Zu vorhergehenden Statements.
*Nein da sind die ” ich sage mal Frührentner” die dein Foto fast schneller bewerten wie du es hochgeladen hast und sitzen den ganzen Tag vor dem PC warten auf Fotos um Ihr dummes gesülze loszuwerden.*…..auch ich bin einer von denen, aber nach 50 Arbeitsjahren regulär in Rente gegangen…..begleitent habe ich auch da meinem Hobby gefrönt, das Knipsen…Ob ich gut Fotos mache???, ob ich schlechte Fotos mache??? wer kann und will es beurteilen???….ICH habe mich nie an Fotoregeln gehalten und habe, ums einzuflechten, damit Erfolg gehabt….Nun zum eigentlichen Thema…..die FC kenne ich seit dem bestehen und habe mich nach langen Jahren entschlossen dort auszusteigen…Warum?? Alles geht zu schnell, deine Bilder rauschen durch und werden nicht gesehen, ergo muß/sollst/kannst du dir ne Buddyecke anlegen und da beißt sich die Katze im Schwanz, die Schmeicheleinheiten werden groß und größer, das eigene Bild wird zur Nebensache…..Kritik üben ist immer ein Problem, wird meistens falsch verstanden und manchmal sogar als *Oberlehrerhaft * angesehen…..Deshalb könnte und würde ich es nicht als *Nörgelei* ansehen, entspricht es doch nur MEINE Ansicht und Meinung und die können so Unterschiedlich auch sein wie es User/innen vor dem PC gibt….MFG HaDi
[...] [...]
Hallo,
also der obige Artikel spricht mir direkt aus der Seele.
Ich war einige Zeit Mitglied in der fotocmmunity.
Dort wird jedes noch so schlechte Foto schön geredet, und davon gibt es mehr als genug. Jeder der eine Knipse sein Eigen nennt denkt er kann fotografieren. Und wehe man kritisiert ein Foto, da ist man sofort der Buhmann. Es ist wirklich so; eine Community bringt nicht wirklich etwas für den Laien. Und der Profi braucht so etwas eigentlich nicht. Dort präsentieren und profilieren sich immer mehr die sogenannten Rudelknipser.
das war genau der richtige artikel zur richtigen zeit. all das was du beschreibst konnte ich auch beobachten. allerdings sehe ich es nicht ganz so negativ. denn alles was man in diesem gemeinschaften erfährt kann sehr wohl für die eigene linie genutzt werden. nämlich indem man sich abhebt und allen neidern, kritikern und schmeichlern den finger zeigt. den fotografie bleibt gefühl und auch wenn man sich kurzzeitig mal von all den schönen kommentaren fängen lässt, so trügt ein das gefühl nicht das etws leeres zurück bleibt. und dann ist man wieder bei sich, bei seinen fotos, bei der arbeit die einem so spass macht und immer wieder hinterfragt man, überlegt und tut. dennoch danke für die worte und auch ein bisschen hoffnung machen.
vernetzung von fotografen ist für mich das wichtigste. aber direkter kontakt noch viel besser.
einen lieben gruss,
marit
sehr pauschal, aber genau diese Gedanken sind mir ebenfalls oft durch den Kopf gegangen.
Warum bleibe ich dennoch? Es gibt auch Photographen die einen wirklich inspirieren. Sich anhand der Bilder zu überlegen, wie diese gemacht wurden kann sehr lehrreich sein. Auch sind einige gerne bereit auf Anfrage tips zu geben (meine Erfahrung). Es findet sich zudem eine grosse Bandbreite von Bildern…von ganz schlecht bis hervorragend (was zum Teil natürlich auch immer im Auge des Betrachters liegt). Dies für sich zu bewerten und daraus zu lernen erachte ich als einen wesentlichen Nutzen.
Da ich einige Freunde aus dem realen Leben habe, die ebenfalls in der FC sind bietet sich die FC als Plattform um Ideen und Bilder zu zu teilen.
Letzten Endes liegt es an jedem einzelnen wie er sich in der Community verhält.
Lg
René
“Die selektive Wahrnehmung schützt uns vor Reizüberflutung. Wenn ich fotografiere, schützt sie mich vor meinen Sorgen.”
“Fotografie ist viel zu subjektiv, als dass man objektiv darüber reden könnte.”
moog good
“Kaiologie” hat recht. Ich sehe es exakt genau so. Ich mache so gut wie immer meine Bilder und richte mich nicht nach dem Geschmack Anderer und schon gar nicht nach dem einer Community. Aber ich bin in einigen davon und begrüße so ab und an verständige Gleichgesinnte anzutreffen, deren Werke und Bildauffassungen zu begutachten und Meinungsaustausch zu pflegen.
Also du musst echt einen an der Birne haben
Communitys sind dazu da sich auszutauschen und Ergebnisse zu zeigen -.-
Selten so einen Käse gelesen!
Ich zitiere mal Jan:
Also du musst echt einen an der Birne
Jan, ich kenne dich nicht. Wenn ich deinen Satz lese, kann ich mir nicht vorstellen, das du zu meinen Fotos einen konstruktiven Beitrag leisten könntest.
Ich sehe es so wie in den 7 Punkten beschrieben, dennoch nutze ich eine Fotocommunity um Kontakt zu meinen Freunden zu halten, die ich dort habe.
Für mich haben sich sehr schöne Freundschaften ergeben, die ins private Übergegangen sind.
Für Fotos spielt die Community absolut keine Rolle mehr, das war mal anders. Ich glaube das ein jeder irgendwann darüber hinaus wächst und seinen eigenen Weg letztendlich geht, wenn es denn mehr als ein Hobby ist.
Gruß
Mais
Hey Leute, tut euch den scheiß nicht an,
Die admin’s legen sich das so wie sie wollen …
Erst hü dann Hot heute Milch morgen schon Butter, gibt
Bessere Foren ;-)!!!
Wie auch in einer der hier so vehement abgestraften Foto-Gemeinschaften gebe ich auch hier nur ausführlichen Senf ab…
Zunächst einmal ist das mit den geschlossenen Systemen so eine Sache. Letztlich ist jede Stadt, jeder Staat, ja, die ganze Erde ein geschlossenes System. Da kann also was nicht stimmen – letzten Endes dürfte die schlichte Größe einer solchen Community entscheidend sein… und das, was jeder Nutzer von außen einbringt(z.B. seine Fotos oder seine Erfahrungen in anderen Fotogruppen etc.) und nach draußen mitnimmt (z.B. Anregungen oder auch Lernen durch Kritik). Meiner Erfahrung nach funktioniert das meistens ganz gut. Nicht immer, natürlich… aber das hängt doch von jedem selber ab.
Und so sind auch die sieben Gründe durchaus strittig:
1. Zu viel Zeit wird mit Chatten und dem Tippen von Texten ‘verschwendet’? Ja nun, dann sollte man das Bloggen besser gleich mit aufgeben. ;-) Gechattet habe ich in so einer Fotocommunity noch nie, wußte gar nicht, dass das geht… egal. Beim Tippen von Texten jedenfalls merke ich, dass ich mich bewußt mit einem Bild befasse – deutlich mehr jedenfalls, als einfach nur “Super Bild!”, “Tolle Schärfe”, “Gut gesehen” o.ä. hinzukleistern oder gar nur (ganz meinungsfrei quasi) einen “Gefällt-mir”-Knopf zu drücken.
Ich tippe lieber Texte und verzichte dafür aufs Fernsehen, um jetzt nur mal ein Beispiel von Zeitorganisation anzubringen.
2. Kommentare sind nicht ehrlich? Der werfe den ersten Stein… ich bemühe mich stets um sachliche und ehrliche Anmerkungen. Mir ist es egal, wie viele Klicks ich bekomme, aber deshalb bin ich weder zum “Ja-Sager” noch zum notorischen Kritiker geworden. Hoffe ich. Hilfreich sind dabei gute Leitfäden zur konstruktiven(!) Kritik, z.B. http://www.thomas-tremmel.de/BK_Anleitung.htm
3. Der Weg nach außen wird erschwert, Suchtstrukturen? Ja mei, manch einer wird nach Facebook süchtig, ein anderer nach Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Das liegt doch an jedem selbst, wie gesund er mit sich, seiner Zeit und seinen Möglichkeiten umgeht…?! Wer in so einer Community suchtartig hängen bleibt, der hat -behaupte ich jetzt mal ganz hart- irgendwelche Defizite, die er ohne Internet sonstwie kompensieren würde. Kommt mir immer komisch vor… als sei man quasi gezwungen, siebzehn Mal am Tag z.B. bei Facebook reinzuklicken, ob jemand einen mit einem virtuellen Schneeball beworfen hat oder was die da so treiben – ich weiß es nicht, ich bin nicht bei Facebook… :-P
4. Persönliche Weiterentwicklung wird durch Mode beeinflußt, auch das ist wiederum ein Problem des GESAMTsystems, oder wer traut sich, mal z.B. klamottentechnisch komplett gegen den Strom zu schwimmen? Hm? Bloggen ist auch so eine Mode, kann man mitmachen – muß man aber nicht. ;-) Ich schaue mir gern Bilder anderer Fotografen an, hole mir Ideen, und gerade in den großen Communitys gibt es so viele Sektionen… man muß ja nicht gerade in den Galerien rumklicken, sondern kann auch mal weit, weit entfernt vom Mainstream herumwühlen. Da sind spannende Sachen dabei… ob man der Mode hinterherläuft oder nicht: Wiederum eine persönliche Entscheidung.
5. Ideen- und Bilderklau, naja, es ist eben schon alles fotografiert worden – nur noch nicht von jedem. Wenn mir was gefällt, mag es auch sein, dass ich versuche, das nachzumachen. Nicht im Sinne von Plagiat, sondern im Sinne von ‘Wie wurde DAS gemacht?’ – um dann mit dem (hoffentlich) neu erworbenen Wissen EIGENE Ideen umzusetzen.
6. Technikverbohrtheit? Ich würde es, wie gesagt, eher im Sinne von ‘Wie wurde das gemacht?’ sehen. Das ist auch völlig legitim. Eine Vision zu haben, mag reichen, um in der katholischen Kirche irgendwann heilig gesprochen zu werden – der irdische Fotograf braucht neben der Inspiration eben auch und doch Werkzeuge. Bringt ja nix, wenn man ein tolles Bild sieht, und dann versucht ewig, das nachzubasteln, bis man erfährt: Das geht nur mit einem Tilt/Shift-Objektiv. Auch z.B. beim Judo lernt man erstmal Technik (kyu-Grade), um dann mit diesem Fundament wirklichen Geist herauszubilden (dan-Grade). Um Visionen in Bilder umzusetzen, muß man schon wissen, welche Knöpfe und Hebel man wie drücken und stellen muß… nicht nur, natürlich… aber auch.
Und 7. kostet die Jagd nach einem guten Foto IMMER Zeit. Wer sich an dem Ringelpiez um Galeriesternchen unbedingt beteiligen muß: Bitte. Man kann es aber (wiederum) auch schlicht und ergreifend lassen.
Und so lese ich hier nicht “7 Gründe, eine Fotocommunity zu verlassen”, sondern eher “7 Dinge, die man in einer Fotocommunity lieber lassen sollte”. Und so hoffe ich denn auch auf “5 Dinge, die man in einer Fotocommunity unbedingt tun sollte, damit es für einen selbst und alle anderen besser wird”. Oder so.
Hallo Olaf!
Vielen Dank für deinen Artikel!
Er hat mir ziemlich die Augen geöffnet. Ich bin selbst in fotocommunity.de und muß sagen das ich mich zu oft dabei ertappe neidisch auf die vielen Anmerkungen bei anderen Community Teilnehmern zu schauen, wo bei mir viel weniger Anmerkungen (bei objektiv betrachtet sicher nicht schlechteren Bildern) ankommen.
Das gute an dieser Community ist, das ich hierüber Fotografen gefunden habe, mit denen ich im realen Leben regelmäßig an einem Stammtisch und an zusammen organistierten Shootings und Workshops teilnehme.
Die Frage nach den Anmerkungen lies mir beim letzten Treffen keine Ruhe und als ich eine Fotografin fragte was sie dazu meint sagte sie nur:” Je mehr Anmerkungen du selbst schreibst, desto mehr Anmerkungen bekommst du zurück.” Ergo liegt es nicht an der Qualität der Bilder, wieviele Kommentare man erhält, sondern daran, wieviel Zeit ich ins Kommentare tippen bei anderen Fotografen investiere.
Man braucht also, um die Vorteile dieser Communitys auszunutzen und sich nicht durch den Vergleich mit den anderen Fotografen selbst unter Druck zu setzen eine dicke Haut und eine gewisse Gleichgültigkeit bezüglich kurzlebiger Trends und Einflüsse in so einer Community.
Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Fotografieren und viel eigene Inspiration und Ideen!
Gruß
Stefan
[...] [...]
@_ICEPIN_ Hier ein schöner Artikel zum Thema Fotocommunities von @OlafBathke http://j.mp/mkQHiH
Der Artikel spricht mir aus der Seele! Der Lerneffekt in vielen Community ist eher als marginal zu bezeichnen. Was nach einem sonnigen Sommernachmittag dort landet, beschränkt sich ja meist auf irgendwelches Zoo geknipse oder die üblichen Fotos vom Familienausflug.
Natürlich haben auch solche Bilder ihre Berechtigung, schließlich soll jeder nach seiner Façon glücklich werden. Trotzdem wende ich mich mit Grausen von solchen Foren ab, in denen der komplette Inhalt einer Sonntäglich gefüllten Speicherkarte ungefiltert “en Bloc” hochgeladen wird.
Das Kritik nicht gern gesehen wird, kann ich nur bestätigen. Und auch, dass bei Nichts sagenden Bemerkungen wie “Gutes Bild” oder “Toll gesehen” die Klicks auf eigene Bilder steigen. Aber es zwingt einen ja keiner da mitzumachen. Verhält sich ja zum Glück ähnlich wie beim Fernsehen. Man kann die Flimmerkiste ausschalten und genau so kann man einen riesen Bogen um Communitys machen.
Und in einen Glaubenskrieg mit selbst ernannten Fachleuten braucht ja auch keiner einsteigen. Lasst sie halt reden und findet Euren eigene Stil. Ich für meinen Teil überlasse die Communitys den von Reinhard so nett betitelten “Rudelknipsern”. Den Begriff dinde ich übrigens klasse! Danke dafür, Reinhard.
RT @olafbathke: 7 Gründe zum Ausstieg aus einer Foto- Community #fotografie http://t.co/tBL8AAR
die gemeinschaften … leidiges thema – aber warum denn eigentlich nicht ?
http://inkoust.bplaced.net/wp/allgemein/die-fc-und-die-aktionen-der-community/
gruß
thomas
Im Grossen und Ganzen stimme ich Dir zu.
Nur was die Stockfotoagenturen betrifft, sehe ich´s anders.
Denke, die behindern den Einzelnen nur in seiner Entwicklung, da sie und ihre Kundschaft der Kreativität recht enge Grenzen setzen.
Es dreht sich ja letztendlich alles um Werbefotos. Das heisst, sie suchen eigentlich nur Friede-Freude-Eierkuchenbilder in Hochglanzoptik und geben die Themen, die benötigt werden auch gleich vor. Individuelle Bearbeitung ist auch nicht erwünscht, ..”das können die Kunden selbst besser!!!” ..na lecker.
Und bei dem Erlös, den man für ein Foto bekommen kann, kann ich den Kram auch gleich kostenlos in´s Netz stellen.
VG Olli
Auch von mir vielen Dank fuer diesen Artikel. Es wurde von Olaf genau auf den Punkt gebracht.
Habe auch ueber drei Jahre meine Erfahrungen in einer Fotocommunity gesammelt, das sollte wirklich reichen. Konstruktive Kritik ist sehr selten, dafuer gibt es reichlich Bauchpinselei und Buddylisten.
Wer sich fotografisch weiterentwickeln moechte, sollte wirklich einen anderen Weg waehlen.
saludos sayrue
So radikal wie Du, Olaf, sehe ich das mit dem Foto-Communities nicht!
Denn:
1. Ich vermute mal, dass die meisten Fotografen sich in ihrem fotografischen Schaffen keineswegs auf irgendeine FC fixieren, insbesondere nicht mit dieser von dir kritisierten Ausschließlichkeit.
2. Jeder Mensch lebt doch in sehr verschiedenen sozialen Systemen. Zeitgenossen, für die eine FC zum “geschlossenen sozialen System” geworden ist, sind keine Fotografen, sondern Süchtige. Das gilt für jede Form von Sucht und hat nicht speziell was mit Fotografie zu tun.
3. Wer tatsächlich mehr Zeit in Fotocommunities verbringt als mit dem Fotografieren selbst, macht irgend etwas falsch. Reden und/oder Schreiben über Fotografie ist ja nicht dasgleiche wie Fotografieren.
4. Wer seine Anregungen nicht auch aus Fotobüchern, aus Blogs und Websites anderer Fotografen, aus Museen und Fotoausstellungen oder aus der Mitgliedschaft in einem Fotoclub holt, ist nicht wirklich offen für die Fotografie.
5. Eine wirkliche “Bildkritik” findet m.E. in den Fotocommunities kaum statt. Das sehe ich genau so wie Du. Ich persönlich erwarte das aber auch gar nicht, sondern lasse mich eher von den unterschiedlichen Fotografiestilen anregen.
6. Wer hauptsächlich “Sternchen” sammelt, hält offenbar von seinen eigenen Fotos nicht allzu viel, sonst würde er den Zuspruch der anderen ja nicht unbedingt brauchen.
7. Die von dir angesprochene Technikverliebtheit oder EBV-Verliebtheit findet man m.E. eher in allgemeinen oder speziellen Kameraforen bzw. Photoshopforen. Diese Foren sollte man von Fotocommunities jedoch unterscheiden, wenn auch die Grenzen manchmal etwas verschwimmen.
8. Das “Kopieren” anderer Ideen halte ich nicht für grundsätzlich falsch, sondern behaupte mal, jeder schöpferische Lernprozess beginnt zunächst einmal im Nachahmen von guten Beispielen. Gute Beispiele findet man – da gebe ich dir absolut recht – vielerorts und mit Sicherheit nicht allein in Fotocommunities. (obwohl da auch!).
Last not least halte ich die Mitgliedschaft und Beteiligung an Fotocommunities für durchaus sinnvoll, solange man genügend andere Orte hat, wo man sich fotografische Anregungen holt und solange man dort nicht mehr Zeit verbringt als mit dem Fotografieren. Insofern stimme ich deinen Anregungen zur fotografischen Weiterentwicklung voll zu, möchte Fotocommunities davon aber nicht grundsätzlich ausschließen.
Internetforen ermutigen einfache Menschen, sich mit der eigenen Kamera aus dem Kaufhaus vorzustellen und auszudrücken. Sie haben “Lieschen Müller” ein Ausdrucksmittel gegeben. Fotografen wie du, die an Professionalisierung interessiert sind, sollten sich nicht über Klatsch und Küsschen erheben. Niemand zwingt sie, dort mitzumachen. Alle von dir beschriebenen Inzest-Erscheinungen sind gut beobachtet, und ich sage dir, es gibt sie auch im klassischen Foto-Herrenclub, wo allwissende Männer das Sagen haben und anders geartete Leute gar nicht mehr hinkommen oder nicht aufgenommen werden, dann müssen sie auch später nicht austreten.
Wenn du davon süchtig wirst, dann ist das ungut und du solltest austreten. Ich finde, dass wir in einer Zeit leben, in der die Leute eher ihre Grenzen vorgehalten bekommen. Wenn zwei Lieschen Müllers untereinander loben (es können auch zwei Lothar Müllers sein), dann kann es ihnen sehr wohl etwas bringen, nur dass dich es langweilt, dafür können sie nichts. Auch wenn ich nicht jedes mal die übliche fotocommunity-Familienkatze anschauen will, ich habe auch mal Spaß an Schnappschüssen. Das Internet hat die Kommunikation demokratisiert und die Fotografen vom Tron der Besonderheit knallhart runtergestürzt. “Weiterentwicklung” ist auch ein Dogma. Manche betreiben Fotografie einfach nur aus Spaß. Und Bussis und Buddys gehören dann dazu wie sozialer Schmierstoff.
Nicolas Benda
Wie in meinem letzten Kommentar angedeutet, bin ich auf Flickr. Dein Artikel stimmt mich nachdenklich, aber nicht so nachdenklich, dass ich darüber nachdenke “auszusteigen” :D Sondern eher darüber, wie ich die Seite nutze.
“Es wird zu viel Zeit mit dem Chatten und dem Tippen von Texten verschwendet” Richtig! Das will ich wohl ändern. Das Problem ist wohl, dass es irgendwie leichter ist, vorm Rechner zu sitzen, als sich die Ausrüstung zu schnappen, nach draußen in den Regen zu maschieren und nach einer Idee zu suchen.
“Anmerkungen, Kommentare und Diskussionen sind nicht ehrlich” Jaa, hm. Oft. Meistens. Du würdest mich vielleicht in die Kategorie des “notorischen Kritikers” einordnen, weil ich mich tatsächlich oft bemühe mich mit sinnvollen Kommentaren abzuheben in der Hoffnung ebenfalls mal sinnvolle Kommentare zu erhalten. Natürlich schmeichelt mir das Lob der anderen, auch wenn es möglicherweise in 15Sekunden hingetippt wurde. Immerhin wurde das Bild angeguckt und sich diese Zeit genommen [anders sieht es aus, wenn man durch den Explore tigert und sieht wie zig Leute einfach einen Standardkommentar à la "Congrats to explore, a very beautiful photo! View my Flickr Steam [link] too!” per copy&past einfügen, da fühlt man sich ziemlich verarscht. Das kommt auch bei Nicht-Explore-Bildern vor und ich habe schon den ein oder anderen verdächtig wirkenden Kommentar bei mir gegoogelt und festgestellt, dass das nur ein Stück Eigenwerbung war).. nun ja. Jedenfalls möchte ich wirklich, dass sich mit meinen Fotos auseinander gesetzt wird und hoffe das dadurch zu erreichen, denn ansonsten herrscht bei mir ein großer Mangel an anderen fotografischen Kontakten, die mir irgendwie Feedback bescheren könnten [Feedback von der Familie ist nämlich auch nicht zwingend sehr gehaltvoll] und momentan bin ich einfach noch nicht “weit” genug viel Geld in z.B. Besuchen von Workshops, Messen, Fotowalks am anderen Ende von Deutschland o.ä. zu investieren.
“Ideen und Bilderklau: Die Abgrenzung von Inspiration und Kopie ist in solchen geschlossenen Systemen bedenklich schmal.” Stimmt leider wohl, aber das ist sie meiner Meinung nach auch bei Fotobüchern usw. Das Gefährlichste ist wohl, wenn man selbst nicht merkt, wann man auf die Kopierschiene rückt. Ich versuche es nach Kräften zu vermeiden. Aber wenn man sich dann mal anguckt, was ich und eine Freundin die letzten zusammen mit mir fotografieren war fabriziert haben, schafft man auch ohne gezieltes Kopieren fast identische Bilder zu machen, weil wir am gleichen Ort waren, mit den gleichen Motiven und dann wahrscheinlich eine Portion unbewusstes “Wir machen Fotos, die die breite Masse ansprechen”… keine Ahnung, wahrscheinlich haben wir beide noch nicht wirklich “unser Ding” gefunden, und dann kommt sowas zu stande. Ich finde es tatsächlich sehr frustrierend, und obwohl ich sogerne jemanden hätte, der regelmäßig mit mir fotografieren geht, macht diese Tatsache mir das Ganze doch ein bisschen madig. Ich meine, meine Fotos werden dann ja noch “uneinzigartiger”. Dabei erhofft man sich von einem Fotokameraden doch gerade das genaue Gegenteil: Neue Inspirationen, andere Ideen, unterschiedliche Bilder und Herangehensweisen nach dem Fotowalk zu diskutieren. Vielleicht habe ich noch nicht die passende Person gefunden….
“Die Jagd nach dem besten Foto einer Gemeinschaft kostet Zeit und ist einer persönlichen Weiterentwicklung nicht dienlich” Das stimmt! Ich kann auch gar nicht leugnen, dass eine Seite von mir uuuunbedingt ein Foto im FlickrExplore haben möchte. Die andere Seite hat das allerdings schon abgeschrieben und erachtet es auch gar nicht so wichtig, weil das Explore auch nicht wirklich ein Zeichen von “gut” ist, sondern oft nur, wie du schon sagtest, ein Anzeichen von der Masse an angesammelten Fotobuddys. Aber es wäre halt doch schon schön, einmal etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn solche Dinge wie eine eigene Ausstellung o.ä. nicht drin sind.
Na ja. Der Kommentar war jetzt ziiiiemlich lang. x]
Der Point.
[...] nicht offen ist. Facebook ist, soziologisch gesehen, ein noch perfider geschlossenes System, als es eine der typischen Fotocommunities ist. Auf Facebook wird die Kontrolle nicht von den Buddys ausgeübt, sondern von Facebook- Kadern, [...]
Da ich eine leidenschaftliche Fotografin bin, trug ich mich seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, einer Fotocommunity beizutreten. Dieser Artikel allerdings macht mich vorsichtig. Und logisch gesehen haben Sie recht. In diesen geschlossenen Systemen kann man sich auch festfahren. Mich stört sowieso, dass man zum alleinigen Kommentieren immer eine Anmeldung braucht, geht es nicht unkomplizierter? Ich möchte nicht überall gleich “Mitglied” sein.
Und Facebook ist auch so eine Sache, um auf meinen Vorschreiber einzugehen. Läßt man sich seine Daten mal zuschicken, kann man sich nur wundern, was da alles noch so vorhanden ist, was schon längst gelöscht schien. Man gibt auch die Rechte an den Inhalten, einschließlich der eigenen Fotos, ab.
Die Gründe für den Ausstieg sind nachvollziehbar, vieles von dem, was du beschreibst, stimmt bzw sehe ich genau so.
Das Buddy-Wesen ist stark ausgeprägt und die jagd nach clicks und Anmerkungen ist fast schon krankhaft und bringt wirklich nichts.
Aber was hat dich dann bewogen, doch wieder bei der FC einzusteigen? War die sucht einfach zu stark?
Danke für die Bestätigung meiner Gedanken zu Foto- Foren im Allgemeinen- und deutschsprachigen im Besonderen . Allerdings nehme ich die Sache nicht so ernst, ich fotografiere was mir, und vor alle wie´s mir gefällt und wenn ich das Bedürfniss habe an den Reglern zu zerren mach ich das ohne Angst vor “Kritik”.
Inhaltlich ist mein Foto eh meine Sache und wenn echt mal konstruktiv was an der technischen Umsetzung kommt nehm ich das, falls für mich relevant, an und versuche es beim nächsten mal zu berücksichtigen .Meisst ist das in Communitys aber eher nicht der Fall und es “rauscht” oder “kippt” evtl mal für Einige die ein Bild in 5facher Vergrösserung mit der Lupe und Wasserwaage ausloten.
Natürlich freue ich mich auch wenn jemand mein Foto gefällt, es ist aber nicht so wichtig als daß ich jetzt Bilder nach dem Geschmack der Mehrheit produzieren würde- bzw. des “Schulterklopfens” wegen wollte.
Frustrieren kann mich eine Community schon lang nicht mehr, dazu bin ich zulange dabei, einen unfreiwilligen Comedyfaktor kann man den meissten Fotoforen und deren “Seilschaften” aber nicht absprechen wenn´s drum geht sich zu beweihräuchern für z.T. Pixelkatastrophen ersten Ranges .
Ich wechsel halt öfter mal das “Schlachtfeld” denn immer mit den gleichen Kommentaren und “Kritikern” wirds ja dann zw. den wichtigen Dingen des Tages doch zu langweilig .
cu und i.d.S. Robert ;-)
Hallo,
ich bin Creative Director (Wäbung) und beschäftige mich seit zwei Jahren mit den sozialen Mustern in Social Networks. Nebenbei fotografiere ich auch ein wenig. Und so lag es nahe, dass ich mein Hobby mit meinen beruflichen Recherchen und Analysen verbinden konnte. Seit sechs Monaten bin ich auf flickr (http://www.flickr.com/photos/63769051@N04/); ganz bewusst dort und nicht auf einer scheinbaren Profi-Plattform, weil ich anhand des “Mainstreams”, den man dort in allen unglaublichen Ausprägungen findet, die aus meiner Sicht beste Basis zum Beobachten und Analysieren habe.
Es ist wie so oft oder fast immer im Leben: Absolutismus bringt uns nicht weiter. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Vieles, was Olaf in seinen 7 Gründen zum Ausstieg aus der Community anführt, ist irgendwie richtig. Auenlander hat es, wie ich finde, aber sehr schön widerlegt.
Grundsätzlich gilt: Communities sind nie homogen. Wir finden dort alle Arten von Menschen: solche, die geil auf Kommentare sind und sich als Kommentarjäger positionieren – ohne wirklichen Wert auf Qualität (sowohl inhaltliche als auch fotografische) zu legen. Solche, die hoch empfindlich sind, keine Kritik zulassen und Dir nur dann einen Kommentar geben, wenn Du auch einen netten gepostet hast. Solche, die absolute Top-Fotos dort posten, aber kaum Kommentare haben, weil sie ihren Kreis bewusst klein halten wollen und keinen Wert auf Quantität legen. Solche, die die Plattform nutzen, um ihr Leben auszubreiten, andere daran Teil haben lassen und eher eine Reflektionsfläche für ihren Hedonismus suchen. Es gibt die Technikfreaks und ewigen Besserwisser. Es gibt die Weltverbesserer und die Nostalgiker, die Autofreaks und die Globetrotter, die iPhone-Nebenbei-Knipser und die Photoshop-Nerds, ja, und es gibt auch die Süchtigen, die ohne die Plattform und die Kontakte glauben, nicht existieren zu können. Letztendlich versammeln sich hier alle Charaktere…wie im wahren Leben. Der digitale Raum ist nämlich Teil unseres wahren Lebens geworden.
Das Gemeinde der “Fotokünstler” mag auf professionelleren, qualitätsbewussteren Plattformen möglicherweise etwas homogener sein. Aber darauf kommt es meiner Meinung gar nach nicht an.
Es geht wie bei allen medialen (Über)Angeboten darum, sich zu fragen, wo man sich als Mensch am ehesten sieht und was man dort will und erwartet. Es geht meiner Meinung nach nicht um Wertung, denn wir werten als Menschen viel zu viel. Es geht um die Freiheit, die wir alle haben, genau das für uns zu finden (als ewig Suchende), was unseren Ansprüchen und Bedürfnisse am ehesten entspricht.
Ich wünsche allen einen glücklichen Jahreswechsel mit viel Offenheit für Neues, für Experimente, kritisches Hinterfragen und natürlich vielen, spannenden Fotoabenteuern.
LG, Jochen
Nach 35 Jahren Fotografie, die letzten 8 Jahre davon mit Internet, lautet meine Analyse exakt wie die von Olaf Bathke. Zwei wesentliche Punkte will ich bekräftigen:
In Fotocommunities geht es nur vordergründig um Bilder, tatsächlich geht es aberum die Community, also die Kommunikation. Das ist schon eine schlechte Voraussetzung für alle sauertöpfischen Spassbremsen, die nicht chatten wollen, sondern fotografieren, und denen die Qualität ihre Bilder am Herzen liegt.
Darüber hinaus muss an sich vergegenwärtigen, das eine Community wie die FC nichts anderes ist als eine ideale Werbeplattform für verschieden Branchen. Je größer sie ist, desto besser wird Werbung bezahlt. Also so muss sie möglichst groß sein, und um möglichst gross werden zu können, öffnet man sie für alle, ausnahmslos, und moderiert sie qualitativ und dsiziplinarisch nur minimal. Alle sollen kommem UND bleiben. Für das letztere sorgt der Suchtcharakter, den die Sache nach einiger Zeit annimmt, je nach Charakter, Bildung, psychischer Gesundheit und sozialer Lage mal weniger, mal mehr, bis hin zu dem Punkt, wo zuweilen alles außer Kontrolle gerät.
Es handelt sich hier also um eine demokratische Gesellschaft, was zur Folge hat, das es die Mehrheit ist, die die ästhetischen Standards setzt, die bestimmt, was interessant und gut ist und was nicht.
Die zweite schlecht Voraussetzung für Fotografen, denen die Fotografie ein Passion ist und denen die Qualität ihrer Bilder mehr am Herzen liegt als die standardisierten Geistlosigkeiten, die irgendwelch Halbblinden unter ihre Bilder schreiben, um ebensolche zurückzubekommen.
Auf einer Plattform wie der FC ist dies alles in perfekter Ausprägung vorzufinden und aus meiner heutigen Sicht ist eine solches Konstrukt die reine Zeitverschwendung, für Anfänger wie für alte Hasen.
Der Vergleich drängt sich auf mit dem, was Harald Schmitt als Unterschichtenfernsehen bezeichnet Zuschauer und Mitmacher werden mit allerlei Unsinn angelockt, um eine Werbemaschine am Laufen zu halten.
Dafür auch noch Geld zu verlangen ist kühn, aber doch wohl kalkuliert. Kommunikation scheint ein begehrtes Gut unter den Fotografen zu sein. Sie zahlen sogar zum Teil Geld dafür, daß sie eine Plattform füttern, um schlussendlich deren Werbetarife hochzutreiben. Das nenne ich mal eine echte win-win Situation für die Betreiber!
[...] den Rücken kehren, um „ihr eigenes Ding“ zu machen. So rät der Hochzeitsfotograf Roland Blathke beispielsweise, dass man einfach aussteigen soll. Weg von den Communities, weg von den verkrusteten [...]
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